Der 21-jährige Student Lazar, genannt Lazy, ist über beide Ohren verliebt: «Der Sommer ein warmer Wirbel und ich ein Taumeltier.» Doch jäh ist diese Euphorie beendet. Diagnose: Leukämie. Und auch die Liebe zerfällt. In diesem elenden Zustand trifft die Witwe Vita
Maier ihren Nachbarn auf der Treppe an. «Den muss man füttern», denkt sie sich und lädt ihn in ihre Wohnung ein.
Es ist der Beginn einer ¬un¬gewöhnlichen Freundschaft: Denn für Lazy war sie bisher nur «die Alte von oben», und Vita konnte mit der «Genera¬tion Jungmensch» nichts mehr anfangen. Doch nun werden die «alte Maier» und ihre witzig-philosophischen Gespräche über Leben und Sterben zu Lazys Stütze. Als er erfährt, dass eine Infektion die geplan¬te Stammzelltransplanta¬tion gefährdet, wird ihm klar: «Ich hab genug versucht. Das war’s.» Er will «abhauen» – und Vita mit ihm. Denn sie hängt nicht mehr am Leben, oft stellt sie sich vor «wie die Tage in einem Zeitloch verschwinden, sie falten sich lautlos zusammen und schlüpfen ins Nichts». Doch vorher gehen die beiden noch auf eine gemeinsame Reise …
Die 78-jährige Luzernerin Angelika Waldis beschönigt nicht in ihrem sorgfältig recherchierten, aus zwei Perspektiven erzählten Roman – weder die Auswirkungen einer Leukämie-Behandlung noch den Lebensüberdruss der alten Vita. Und dennoch gelingt ihr eine lebensbejahende Geschichte mit feinen Zwischentönen – und viel schwarzem Humor. Wie schon in früheren Romanen lässt Waldis durch ihren verspielten Umgang mit der Sprache aufhorchen: Immer wieder findet sie für das Unfassbare Sprachbilder voller Fantasie und Witz.

 
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