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2024

2. April 2024
Ob er mir die Tasche oben auf die Gepäckablage legen solle, fragte der junge Mann im Zug Lugano-Zürich. Das war freundlich, aber ich verneinte dankend und drehte mich unfreundlich Richtung Fenster. Denn der Mann war laut und angetrunken, sein Freund war still und zugedröhnt. Tickets konnten beide nicht vorweisen, das vorgezeigt Papierbündel galt nichts, der Laute entließ einen Schwall Arabisch mit ein paar Krümeln Italienisch wie »Asilo« und »Guerra«, der Stille legte die Hände aufs Gesicht, und zum Schluss warf der Laute in seiner Wut dem Kondukteur eine Colaflasche hinterher. Dann hob er seinen Metallkoffer und tat, als wolle er ihn durch die Scheibe schmettern. Hastig verzog ich mich in den nächsten Waggon. Zwei Verzweifelte waren das. Zwei Hilflose auf der Suche nach besserem Leben. Zwei Unangenehme ohne Chance aufs Angenehmsein. Ich sah sie beim Aussteigen wieder, da standen Polizisten bereit, drehten ihnen die Arme auf den Rücken und legten ihnen Handschellen an. Ende des Films.