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2024

12. September 2024
Bei Federer denkt man an Tennis, an Roger. Es gibt noch einen Federer, von dem man sprach, den Heinrich, Schriftsteller und Priester. 1911 erschienen seine Lachweiler Geschichten und wurden vor allem in Deutschland ein Bestseller. Darin ist zum Bespiel die herzzerreißende Erzählung vom Lehrerkind, das einfach nicht lesen lernen will: »Vater und Sohn im Examen«. Weil ich kürzlich aufs Stanserhorn fuhr – zum ersten Mal – ist mir der vergessene Federer wieder in den Sinn gekommen, denn er wurde dort 1902 an der Talstation verhaftet, »wegen unzüchtigen Handlungen, begangen an einem minderjährigen Knaben«. Oben im Berghotel soll er sich mit ihm vergnügt haben. Nach einem teilweisen Freispruch und einsamen schwierigen Jahren ist ihm schreibend ein neues Leben gelungen. Zu recht verhaftet und zu unrecht vergessen? Oder zu unrecht verhaftet und zu recht vergessen? Wer möchte sich anmaßen, darauf zu antworten …