Juni 2012: Ein rasender Wind jagt Sand und Dreck und Plastiksäcke durch die Gassen der Stadt Mardin. Wir retten uns ins Hotel und blicken durchs Fenster hinaus in die flache, braungelbe Ferne – vom türkischen ins syrische Mesopotamien. Der Kellner kommt mit Tee und betrübter Miene. Er hat gerade erfahren, dass über Syrien ein türkischer Kampfjet abgeschossen worden ist, nun soll die Grenze geschlossen werden. Und seine syrische Freundin ist auf der anderen Seite. Oh je. Was wird nun aus der Liebe? Syrien zwölf Jahre später: 500´000 Menschen sind im Krieg gestorben, 6.8 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen. Von den Verbliebenen leben 90 Prozent in Armut. Heute haben die Rebellen der islamistischen Miliz (HTS) den Präsidenten aus dem Land gejagt: Baschar al-Assad – Tyrann-Despot-Gewaltherrscher.