21. November 2025
»Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als 1 Minute schießen.« Das hat Bundeskanzler Helmut Schmidt mal gesagt. Ein Satz, der heute wieder besonders passt, in dieser Zeit der milliardenschweren Aufrüstung, der Kriegsangst, die in alle Köpfe fliesst, des Pessimismus, der die Zukunft verdunkelt. Ich habe seinerzeit für die Abschaffung der Armee gestimmt. Sollte »der Russe« die Schweiz erobern, dann müsste ich halt die Sprache von Tschechow lernen und müsste Russin werden. Mein patriotisches Herz würde ich behalten und den passiven Widerstand unterstützen. Hauptsache, kein Blut fliesst, und meine drei Enkel bleiben am Leben. Ist das naiv? Mir egal. Es darf einfach nicht sein, dass wieder ein mörderischer Krieg ausbricht. Die Welt hat bereits genug zu kämpfen. Klimawandel (wer spricht eigentlich noch davon?) Künstliche Intelligenz (wird sie uns auffressen?) Armut (kann der Reichtum der Reichsten eigentlich noch obszöner werden?)
10. November 2025
»Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau, geh ma Tauben vergiften im Park!«, schrieb 1956 der Musiker Georg Kreisler. Sein Lied kam mir in der Sinn, als ich kürzlich diese furchtbarste aller furchtbaren Zeitungsmeldungen las: Während des Bosnienkriegs Anfang der 1990er-Jahre soll es aus westlichen Ländern sogenannte Scharfschützen-Safaris nach Sarajevo gegeben haben. Das hieß: Von den Hügeln um Sarajewo durfte man einen Menschen erschießen, wenn man genug bezahlte. Angeblich existierten verschiedene Tarife ‒ bis zu 200ʼ000 Franken ‒, je nachdem, ob es sich beim Opfer um einen Zivilisten, einen Soldaten oder ein Kind handelte. Alte waren wohl gratis. Die Staatsanwaltschaft in Mailand soll nun Ermittlungen wegen Mordes gegen mehrere italienische »Kriegstouristen« eingeleitet haben.
Soll man das glauben? Ich tu es nicht. So schlecht sein, das geht nicht.
4. November 2025
Ich bin ein bisschen im Spital. Es ist unwahrscheinlich, was ich hier alles darf: darf auf mich auf den Bettrand setzen, darf die Füße biegen, darf jederzeit mehr Marmelade haben, darf den Vorhang geschlossen halten, darf ohne weiteres klingeln, darf das Kopfteil verstellen, darf die Krücken exakt so halten, darf die Morgen-Tablette einnehmen, darf ohne wenn und aber atmen, durchaus auch nachts. Und ich darf mich ganz ungeniert darauf freuen, dass ich bald nicht mehr etwas darf, sondern endlich wieder mal etwas muss.
3. November 2025
Das linke Hüftgelenk hat ausgedient, ein neues muss her. Und so liege ich auf dem Schragen, bereit für die Narkose. »Wann sind Sie geboren, und wie heißen Sie?«, werde ich routinemäßig gefragt. Das kann ich umgehend beantworten. Der Anästhesist fragt nach. »Und welcher Körperteil kommt denn nun dran?« »Die rechte Schulter«, sage ich, und schlagartig wird es still um den Schragen. »Das war ein Spaß«, sage ich, »es ist die linke Hüfte.« Ich glaube, nur ich habe den Spaß lustig gefunden. Ich bitte um Entschuldigung.
15. Oktober 2025
»Tauche ein in die Welt der Bücher und lass dich von spannenden Geschichten für Groß und Klein überraschen «, heißt es im Einkaufszentrum Glatt. In der Mall findet im Monat Oktober ein Bücherfestival statt, mit Bücherregalen, Büchertischen und verschiedensten einladenden Sitzgelegenheiten. Für Kinder gibt es den »größten begehbaren Bücherwurm der Schweiz«. An diesem Mittwochmorgen, um elf Uhr, sehe ich schätzungsweise zwanzig bis dreißig Menschen, die sich hier bequem niedergelassen haben. Keiner hält ein Buch in der Hand. Alle schauen ins Handy.
14. Oktober 2025
Tschüss Garten, ich fahr dann mal weg! Als ich nach sechs Tagen wiederkomm, ist der eben noch grüne Tulpenbaum gelb. Ist eine leuchtende Kugel, eine goldene Lohe, ein flammender Ball, eine runde Fackel. Strahlt, brennt, protestiert gegen das gleichförmige, griesgramgrasige grüne Einerlei rundum. In nur sechs Tagen hat er sich verwandelt in einen glühenden Verkünder. Ich, Liriodendron tulipifera, genannt Tulpenbaum, sage euch: Vergesst nicht zu leuchten, bevor ihr alle Blätter von euch werft!
11. Oktober 2025
»Der ganze Ameisenstaat verschwand in einem Blütenstängel«. Jetzt mach da ein Gedicht draus. Wer, ich? So ein blöder Satz. Das soll ein Gedichtanfang sein? War der Stängel überhaupt hohl? Und hohl genug für die Ameisenkönigin? Das wird öde, wenn sich das Ganze auch noch reimen soll, Engel und Bengel sind gar abgenutzt. Und Mängel, das wirkt so unpoetisch. Wenn schon: Gedrängel. Das würde noch passen zu einem Staat im Stängel. Wie? Ach so, nur ein Traum war das alles, und ich bin jetzt wach? Frechheit, was sich Träume alles erlauben.
9. Oktober 2025
Woher der Begriff »Osteria« komme, wollten die andern bei Polenta con Funghi wissen. Na klar, von der Ostera. Das war das Haus, wo an Ostern den Vögten und Fürsten die Frühjahrsgaben abgeliefert wurden, Lämmchen, Eier, Krammetsvögel … Und da fand auch die Osteriale statt, an der alle Winterkinder getauft wurden, oft auf die Namen des Fürsten oder der Fürstin, worauf es dann ganze Rudel von kleinen Rodolphen oder Margareten gab. Haha. Gar nicht wahr. Osteria leitet sich ab vom altfranzösischen »Oste« = Gastwirt, und das wiederum vom lateinischen »hospite« = dem Gast.
29. September 2025
»Und der Haifisch«, und gleich singt man weiter: »der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.« Ja, Bertolt Brecht, Dreigroschenoper, 1928. Ums Jahr 2300 wird der Haifisch keine Zähne im Gesicht mehr tragen, weil dann durch den Klimawandel der CO₂-Gehalt in der Luft gestiegen und dadurch mehr Kohlendioxid in die Meere gelangt ist, das dort mit dem Wasser zu Kohlensäure reagiert. Zu viel Säure für die Haizähne, die gehen kaputt, auch die nachwachsenden Ersatzzähne. Das heißt: Der zahnlose Hai kann nichts mehr fangen, er wird verhungern. Ein Drittel aller Haiarten sei gefährdet, sagt die Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ob man um 2300 noch Heinrich Heines Lorelei liest? Oder Brechts Moritat vom Hai? Ob man überhaupt noch liest?
23. September 2025
Bald wird es dunkel, es regnet, es tropft vom Baum, unter dem ich stehe, am Bodensee, in Steckborn, wo ich gleich eine Lesung haben werde. Der See, graubräunlich, vom Regen leicht gekräuselt, bewegt sich kaum, keine Enten, kein Boot. Es ist sehr still, nur der Baum sagt »Ich bin ein Ahorn« und lässt ein Blatt fallen. Das andere Ufer, Deutschland, ist durch die neblige Nässe zu erahnen. Ich blicke aus einem friedlichen Land auf ein anderes friedliches Land. Für diesen einen Moment haben sich alle Idioten und Monster der Weltmächte aus meinem Kopf davongemacht.
18. September 2025
Zwei Brüder: Os ist 94 und lebt in Kalifornien, Ot ist 90 und lebt in der Schweiz. Os beschließt, ein letztes Mal nach Europa zu fliegen und Abschied zu nehmen. Und so suchen Os und Ot zusammen die Plätze von damals auf: das Haus, in dem sie Kinder waren, den Brunnen, in dem sie Schiffchen versenkten, den Platz am See mit den Schwänen. Weißt du noch. Weißt du noch. Os hört ganz schlecht, und Ot muss sich immer mal wieder setzen. Und doch wirken sie munter, Seite an Seite wir früher. Ein paar Tage später am Flughafen umarmen sie sich ein letztes Mal, stumm.
17. September 2025
Im Stockwerk F der ETH Zürich steht eine Reihe von alten Spinden aus der Zeit, als Albert Einstein hier Student war. Auf einem der Spinde hat man ein kleines Einstein-Bild angebracht und das Innere als Minimuseum ausgestattet – mit Büchern, Schriften, Briefen, Pfeife. Seine Lieblingsmusik ist zu hören (Violinsonate von Mozart), und ein Grammophon spielt sein Glaubensbekenntnis (»… von der erhabenen Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild geistig zu erfassen.«). Man erfährt auch, dass er nie Socken trug und sieht Fotos aus seinem Privatleben. Der Einsteinspind ist inzwischen eine Touristenattraktion, und mich hat er neugierig gemacht auf das Leben eines Genies. So habe ich zum Beispiel nachgelesen, dass er und seine Freundin und Mitforscherin Mileva Marić ein Kind bekamen, bevor sie heirateten. Das Lieserl. Sie haben es weggegeben. Was aus ihm wurde, ist nicht bekannt.
26. August 2025
Vom braven Feigenbaum in Zürich habe ich nach manchem missglückten Versuch einen Steckling großgezogen. Für das gelungene Feigenkind grabe ich im Tessin ein bequemes Loch. Es ist heiß, der Schweiß läuft mir in die Augen, ich räume die Steine beiseite, suche auf dem Gelände zwei Eimer gute Erde, schneide einen Haltepfahl, finde ein Stück Drahtgitter, verankere das mit Heringen im harten Boden, Rehe und Wildschweine dürfen nicht an das Feigenkind ran. Meine Arthrosefinger tun weh. Das Feigenkind wirkt munter. Nachts kracht ein Gewitter, Wolkenbruch, ich eile hinaus, stülpe einen Regenschirm über das Gitter, damit das Kind nicht weggeschwemmt wird, krieche halbnass ins Bett zurück und bin zufrieden. Warum eigentlich. Erst nach 5 bis 8 Jahren wird es eine richtige Feigenernte geben. Erst nach 10 Jahren wird der Baum hoch genug sein, um in seinem Schatten zu sitzen. Zu spät für mich, wie für fast alles, was ich jetzt noch ins Leben rufe.
8. August 2025
Ich muss mich für ein MRI in die Röhre legen. Nein danke, keine Musik, ich will den Lärm. Ich will mir Bilder dazu machen. Zum ohrenbetäubenden Hämmern: In unserem Garten wird der kaputte Plattenweg zentimeterweise mit Pressluft aufgebrochen … Zum explosiven Staccato: Ein Hochhaus wird evakuiert, Menschen rennen Treppe um Treppe runter, registrieren die Dinge auf den Treppenaufsätzen - Turnschuhe, Heiligenbild, Plastikblumen, Pizzaschachteln ... Zum furchterregenden Knattern: Ich fliege mit einer schlecht gewarteten zweisitzigen Cessna über den Lake Natron und das Rosa der Flamingos … Zum dröhnenden Tuten: Ein Dampfer mit übergeschnapptem Kapitän umrundet zweimal den Zürichsee … Zu den dröhnenden Paukenschlägen: Pro Schlag wird einer Person der Zutritt zu einem verheißungsvollen Raum gestattet, Verwandten, Bekannten, Nachbarn, vom letzten Paar schafft es nur noch der Mann … Dann Stille. 25 Minuten sind um. Mein Hirn ist gescannt.
6. August 2025
Im Zug hat eine Mutter ihr Kind gestillt. Sie zupfte einfach am T-Shirt und holte eine Brust heraus und, schwupp, war das Kind angedockt. Es war vergnüglich und friedlich anzusehen. Dort draußen flog die Welt vorbei, hier drinnen hielt sie inne. Vor fünfzig Jahren noch gehörte ein Busen nicht ans Licht, oh nein. Heute sind wir freier, verstecken uns nicht mehr beim Stillen. Dafür müssen wir uns beim Reden in Acht nehmen. Dürfen wir noch »Mutter« und »Muttermilch« sagen? Da und dort wurde behördlich schon empfohlen, besser »gebärendes Elternteil« und »Menschenmilch« zu verwenden. Ein Vorschlag: Wir nennen die Stillperson »die Galaxe«. Und die Begleitperson ist dann »der Galax«.
1. August 2025
Es gefällt mir, dass es bei Wikipedia einen langen Nekrolog für Tiere gibt. Ein paar herausgepickte Namen: »Sue«, Tyrannosaurus Rex, Skelett im Museum of Natural History Chicago, † vor ca. 67 Millionen Jahren, Alter unbekannt. »Bukephalos«, Streitross Alexanders des Großen, † 326 v. Chr., ca. 29 Jahre alt. »Muezza«, Katze des Propheten Mohammed, † um 630, Alter unbekannt. »Trump«, Mops des Malers William Hogarth, † um 1745, ca. 15 Jahre alt. »Benjamin«, Beutelwolf, letztes bekanntes Tier vor dem Aussterben, † 1936, über 12 Jahre alt. »Able«, Rhesusaffe, erster Primat im Weltraum, † 1959, 1 Jahr alt. »Dolly«, Schaf, erstes durch Klonen erzeugtes Tier, † 2003, 6 Jahre alt. »Heidi«, schielendes Opossum im Zoo Leipzig, † 2011, 3.5 Jahre alt. »Magawa«, Riesenhamsterratte, mit Medaille ausgezeichnet für Landminensuche, † 2022, 8 Jahre alt.
21. Juli 2025
Warum weine ich, wenn ich mich mit einer Umarmung von einem Enkel verabschiede? Ich werde ihn ja wiedersehen, schon in einer Woche, das weiß ich. Warum weine ich, wenn ich dem fahrenden Auto nachwinke, in dem meine Tochter sitzt? Sie wird ja nicht auswandern, sie geht nur arbeiten. Gegen Tränen kann man nichts unternehmen, die laufen einfach, auch wenn manʼs nicht möchte. Früher stieg mir das Weinen nicht so flink den Hals hoch. Aber jetzt, wo ich alt bin und mir bewusst ist, dass ich nicht ewig umarmen und winken kann, wippt die Traurigkeit des Öfteren zuvorderst auf dem Sprungbrett.
20. Juli 2025
Sommermusik! Laute, melodiöse, flötende Töne – die Grasmücke singt und singt in langen Strophen. Kaum zu glauben, dass sie so ein Konzert zustande bringt und den Garten zu füllen vermag mit ihrem Gesang. Sie ist nur zwanzig Gramm schwer, das kleine Ding. Aber nicht weil sie so klein ist wie eine »Mücke im Gras«, heißt sie so. Der Name kommt von althochdeutsch »gra« für grau und »smucke« für schmiegen/ducken. Da spielt uns die Sprache wieder mal einen Streich – wie bei anderen voreiligen Trennungen: Wachs-tube, Urin-stinkt, Staub-ecken oder bein-halten.
18. Juli 2025
Der Slowene Tadej Pogačar hat heute das Bergzeitfahren der 13. Etappe der Tour de France 2025 gewonnen. Er war 43 Sekunden schneller als der Däne Jonas Vingegaard. Um sein Velo möglichst leicht zu machen, hat er den Farblack vom Rahmen entfernen lassen und dadurch fast 300 Gramm eingespart. 43 Sekunden und 300 Gramm - Zahlen! In Gaza sind laut dem Report der UNO 2 Millionen Menschen in Hungersnot, ein Viertel von ihnen ist dem Hungertod nahe. 1ʼ500000 Hungernde und 500000 an Hunger Sterbende – Zahlen!
3. Juli 2025
Das Oberlandesgericht Naumburg hat einen Beschluss gefasst: Gendern ist unzulässig, wenn es ohne ausdrückliche Bitte der Beteiligten angewandt wird. Gendern verstoße gegen das Klarheitsgebot, befand das Gericht, zudem sei es despektierlich, weil es den Menschen auf ein Neutrum reduziere – etwa mit den Begriffen »messverantwortliche Person« statt »der Messverantwortliche« oder »sachverständige Person« statt »die Sachverständige«. Auch der Begriff »tat-tuende Person« sei zu vermeiden, weil lächerlich. Leider tut mir das Lachen gerade weh – ich habe mir beim Gärtnern als tattuende Person in der Bauchregion eine Muskelkatze eingeholt.
23. Juni 2025
Manchmal übermannt mich ein seltsames Dranbleiben. Wenn ein Film schlechter und schlechter wird, und ich trotzdem weiterschaue. Wenn ich mich sattgegessen habe und trotzdem wieder den Teller fülle. Wenn ein Gespräch immer langweiliger wird, und ich trotzdem nicht davonlaufe.
Trägheit ist ein fundamentales Konzept der Physik. Sie bezeichnet den Widerstand eines Körpers, den er einem von außen kommenden Bewegungsimpuls entgegensetzt. Also jene Kraft, die den Körper seinen Ruhe- oder Bewegungszustand beibehalten lässt. Zum Beispiel auf dem Sofa mit Chips.
22. Juni 2025
Ich schaue von der Böschung auf den kleinen Weiher im Wald. Er liegt da wie eine physikalische Landkarte. Die dunkelgrünen Flächen sind Schatten der Schachtelhalme, die hellgrünen Flächen sind Schlamm, die braunen Flächen sind die Spiegelung des Bodens, und die gelben Sprenkel sind Morgensonne. Zwei Libellen fliegen drüber, kehren wieder, steigen und sinken in kleinen Rucken ‒ ein Erkundigungsflug. Mir fällt ein, was ich heute Nacht gelesen habe: Amerikanische Tarnkappenbomber sind über den Iran geflogen und haben drei Atomanlagen attackiert. Krieg.
20. Juni 2025
Heute verbrennt man Bücher nicht mehr auf offenem Feuer. Es ist viel einfacher, sie auf Computern von Schulen oder Bibliotheken zu deleaten. In diversen US Staaten, etwa Florida, tut man das Trumpseidank zurzeit eifrig. Folgende Klassiker sollen fortan nicht mehr gelesen werden: »To kill a Mockingbird« von Harper Lee (Pulitzer-Preis-Trägerin), »The bluest Eye« von Toni Morrison (Nobelpreis-Trägerin), »The Handmaid's Tale« von Margaret Atwood (ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels), »Animal Farm« von George Orwell ... ach, ich mag nicht weiter aufzählen, sondern geh und zupf mir wieder mal »Animal Farm« vom Regal.
18. Juni 2025
Mir entschwinden so viele Wörter. Ich habe zum Beispiel gewusst, wie die senkrechte Rille zwischen Nase und Mund heißt. Nein, nicht »Schnudderal«. Ich habe gewusst, wie man das Anhängsel an Veilchensamen nennt, das Ameisen gerne essen und damit die Veilchen verbreiten. Nein, nicht »Kyrie Eleison«. Immer wieder nehme ich neue Wörter gastfreundlich auf, und dann verduften sie einfach grußlos. Heute Morgen haben mich die Wörter »Knismesis« und »Gargalesis« aufgesucht. Sie bedeuten «Sanfte Kitzelart« und »Raue Kitzelart«. Ihr seid nett, sagte ich, kommt rein. Ich wette, heute Abend hauen sie wieder ab.