Seltsam: Das Wort Mut hat keinen Plural. Dabei gibt es doch so viele Müter. Etwa den, am Bungee-Seil in die Tiefe zu springen. Oder den, wenn ein Ja erwartet wird, Nein zu sagen. Oder den, dem befreundeten Autor mitzuteilen, sein neues Buch sei misslungen. Oder den, als Sechsjährige abends in den dunklen Keller zu steigen, um für Vater eine Weinflasche zu holen. Oder den, sich aus der Umklammerung eines Angreifers durch einen Biss in seine Hand zu befreien. Oder den, als Frau Bischöfin im Gottesdienst einen soeben gekrönten US-Präsidenten zu bitten, er solle sich der Menschen erbarmen, die jetzt Angst haben. Nämlich vor ihm und seinen ungeheuerlichen Maßnahmen. Mariann Budde heißt sie, die Mutige.