In der Höhle Cosquer wurden vor rund 30’000 Jahren Tiere an die Felswände gezeichnet – etwa Pferde, Bisons, Auerochsen, Robben – und viele menschliche Handabdrücke angebracht. Damals war das Meer noch kilometerweit weg, heute ist die Höhle nach dem Schmelzen der Eiszeitgletscher zu Vierfünfteln unter Wasser, und im Lauf des Global Warming wird sie noch ganz überflutet werden. Mit größtem Aufwand hat man in Marseille die prähistorische Unterwasserhöhle nachgebaut, »Cosquer Mediterranée« heißt das Museum mit bislang einer Million Gästen. Die Handabdrücke auf den Felsen berühren mich besonders, sie sind wie ein uralter Gruß von denen von damals. Ich habe gelesen, dass Zweidrittel der Abdrücke verkürzte oder fehlende Fingerglieder haben, und die Experten werweißen: Erfrierung? Rituelle Amputation? Künstlerische Abstrahierung? Mythische Bedeutung? Oder bloß Erosion? Werweißen ist ein schönes Wort.