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2025

26. August 2025
Vom braven Feigenbaum in Zürich habe ich nach manchem missglückten Versuch einen Steckling großgezogen. Für das gelungene Feigenkind grabe ich im Tessin ein bequemes Loch. Es ist heiß, der Schweiß läuft mir in die Augen, ich räume die Steine beiseite, suche auf dem Gelände zwei Eimer gute Erde, schneide einen Haltepfahl, finde ein Stück Drahtgitter, verankere das mit Heringen im harten Boden, Rehe und Wildschweine dürfen nicht an das Feigenkind ran. Meine Arthrosefinger tun weh. Das Feigenkind wirkt munter. Nachts kracht ein Gewitter, Wolkenbruch, ich eile hinaus, stülpe einen Regenschirm über das Gitter, damit das Kind nicht weggeschwemmt wird, krieche halbnass ins Bett zurück und bin zufrieden. Warum eigentlich. Erst nach 5 bis 8 Jahren wird es eine richtige Feigenernte geben. Erst nach 10 Jahren wird der Baum hoch genug sein, um in seinem Schatten zu sitzen. Zu spät für mich, wie für fast alles, was ich jetzt noch ins Leben rufe.