»Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau, geh ma Tauben vergiften im Park!«, schrieb 1956 der Musiker Georg Kreisler. Sein Lied kam mir in der Sinn, als ich kürzlich diese furchtbarste aller furchtbaren Zeitungsmeldungen las: Während des Bosnienkriegs Anfang der 1990er-Jahre soll es aus westlichen Ländern sogenannte Scharfschützen-Safaris nach Sarajevo gegeben haben. Das hieß: Von den Hügeln um Sarajewo durfte man einen Menschen erschießen, wenn man genug bezahlte. Angeblich existierten verschiedene Tarife ‒ bis zu 200ʼ000 Franken ‒, je nachdem, ob es sich beim Opfer um einen Zivilisten, einen Soldaten oder ein Kind handelte. Alte waren wohl gratis. Die Staatsanwaltschaft in Mailand soll nun Ermittlungen wegen Mordes gegen mehrere italienische »Kriegstouristen« eingeleitet haben.
Soll man das glauben? Ich tu es nicht. So schlecht sein, das geht nicht.