7. November 2016

Ein altes Büchlein ist mir in die Hände geraten – Max Bolliger, Gedichte, 1953. Ich muss etwa fünfzehn Jahre alt gewesen sein, als ich meiner Mutter aus dem Büchlein das Inhaltsverzeichnis vorlas und so tat, als sei es ein Gedicht. Sie hörte andächtig zu, stutzte ein wenig. Als ich laut herauslachte, lachte sie erleichtert mit. Ach Mutter, ich würd’s dir gern noch mal vorlesen:

Hände

Einer traurigen Frau

Auch das ist gut

März

Ganz ohne Schwere

Kleiner Vogel

Meiner Mutter träumte

Du gehst vorbei

Wie von weit

Vorherbst

Auf dem Hügel

Zu einer Bienenwachskerze

Freude

Aus »Tage, Tage«