25. November 2016

Les sanglots longs des violons de l’automne … Das schöne Verlaine-Gedicht habe ich mir als Schülerin ins Hirn geschrieben, ich kann es noch immer. …blessent mon coeur d’une langueur monotone … Hip Dent, ruft das Hirn dazwischen. Tout suffocant et blême, quand sonne l’heure … Hip Dent! Hip Dent! ruft das Hirn wieder. Was soll das? Ich schaue im Internet nach und erfahre: Hip Dent ist eine feine Einbuchtung zwischen dem Ende des Oberschenkelknochens und der Hüfte, und Models mit Hip Dent sind zur Zeit besonders begehrt. Richtig, das habe ich vor Kurzem in einer Zeitung gelesen und, so scheint es, im Hirn direkt neben Verlaine gespeichert. …je me souviens des jours anciens et je pleure ... Hip Dent. Et je m’en vais au vent mauvais qui m’emporte deça, delà, pareil à la feuille morte. Hip Dent. Hip Dent. Hüft-Delle. Hip Dent. Bitte, liebes Hirn, könntest du vielleicht das Gedicht stehen lassen und Hip Dent löschen? So sorry, Mister Verlaine.

Aus »Tage, Tage«

 
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