17. September 2015

Ich lege der Katz von hinten meine gewölbte Hand über den Kopf. Der kleine Pelzschädel passt genau in die Wölbung. Links und rechts schauen die Katzenohren hervor, zittern ein bisschen. Die Katz ist warm vom Leben und von der Sonne. Sie liegt und atmet und rührt sich kaum. Und dann fängt ganz sachte dieses kleine Geräusch an, ein ganzes Schnurren ist es noch nicht, nur kleine Krümel davon. Ich mag dieses kleine Geräusch. Und die Katz mag meine Hand. Ich lasse sie auf ihrem Kopf, bis das Schnurren so richtig groß und fett ist. Es ist so laut, dass ich es via Telefon weiterleiten könnte. Ihr Kopf, meine Hand – ein schönes Zusammentreffen. Zwei Leben, ein Moment. Irgendwann ist die Katz nicht mehr da, die Hand nicht mehr da.

Aus »Tage, Tage«