Ausschnitt aus dem letzten Teil. Es spricht: Marianne Hofstetter, genannt Oman, 62, die weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Erwähnt wird: Hanna, ihre Tochter. Richi, deren Ex-Partner. Ivan, das Enkelkind.

Manchmal glaube ich beinah zu hören, wie die Zeit an mir vorbeirauscht. Deshalb habe ich eines Nachts angefangen, die Wahrnehmungen und Vorstellungen festzuhalten, also zu formulieren und zu rahmen und als nummeriertes Bild ins Bewusstsein zu hängen, jetzt bin ich bei Nummer elf. Das ist Bild elf: Die Zeitung auf dem Tisch scheint sich zu bewegen, als wäre das, was drinsteht, ein vielschichtiger Haufen winziger Maden. Die Regel lautet, dass ich das Bild nur ins Bewusstsein hängen darf, wenn ich noch weiß, welches Bild ich als letztes aufgehängt habe. Das war Bild zehn: Regen, so heftig, dass die Farbe verläuft, und Baumgrün meine Augen verschmiert.

 

Richi sagt, dass so viele Ausländer von der Quartierhilfe profitieren, störe ihn nicht. »Ist doch gut so«, sagt er, »und du, Oman, bist eine verkappte Rassistin«. Er erzählt die Geschichte von der albanischen Familie, der die Wohnung gekündigt werden soll, weil die Frau ein sechstes Kind kriegt. »Wieviele Zimmer?«, frage ich. »Spielt doch keine Rolle«, sagt Richi. – »Und was tust du jetzt?« – »Natürlich mache ich Einsprache.« – »Sag dem Mann, er soll weniger rammeln,« sage ich. Richi sagt: »Rammeln ist Menschenrecht.« »Ruhe auch«, sage ich. »Rassistin«, sagt er. Und ich sage: »Gutmensch, blöder.« Seltsamerweise ist Richi nie beleidigt. Ich weiß gar nicht, wie er und Hanna so viel streiten konnten.

Er sollte nicht noch mehr zunehmen. Sonst verändert sich sein Gang. Der hat immer noch etwas Erotisches. Ach, ich alte Schachtel. Manchmal rede ich mit Richi über das, was am Morgen in der Zeitung stand, und wundere mich, wie kühl er alles kommentieren kann. Ich hingegen habe beim Lesen dieses flackrige Glühlämpchen im Kopf, rasch glüht es auf und rasch erlischt es, und manchmal glüht es auch für ein paar Stunden weiter. Zum Beispiel wegen der Sache mit den exportierten Minenbestandteilen: »Richi«, sage ich, »man müsste was tun«. Und Richi sagt, es stehe mir frei, ans Ministerium einen Brief zu schreiben. »Unterschreibst du ihn auch?«, frage ich, und Richi sagt: »Warum nicht. Wenn du dann besser schlafen kannst.« Später sagt er so nebenbei, dass laut UNO in siebzig Ländern etwa hundert Millionen Minen verlegt seien und dass im Durchschnitt siebenundzwanzig Mal täglich irgendwo jemand auf eine Mine trete, und dann lobt er die Vollkornpasta, die ich für ihn gekauft habe, und er isst mehr, als er sollte. Bild zwölf: Eine untere Gesichtshälfte, dunkel schraffiert vom Bartwuchs eines Tages, hängt am Firmament und bewegt sich stetig.

Erst habe ich gedacht, es würde was werden aus Hanna und dem Fernsehmann, Michel, wobei ich mir nicht sicher war, wer wen an Land zog. Aber Hanna hat mich bloß ausgelacht, Oman, hat sie gesagt, immer glaubst du das Erstbeste, das dir durch den Kopf geht. Und sie hat auch gesagt, was ich leider nicht vergessen habe: Kannst du dich nicht einfach freuen, dass Richi weg ist? Das hast du doch immer gewollt.

Seit Wochen ist es heiß, man möchte sich mittags die Kleider vom Leib reißen, vielleicht ist das der Grund, dass ich mir auch die Kleider von der Seele reißen möchte, jemandem erzählen möchte, wie das war mit meiner »Sache« damals. Es ist Richi, dem ich es erzählen möchte. Richi, würde ich sagen, ich erzähl dir jetzt was. Richi sähe mich an über den Rand der Zeitung, die Augenbrauen leicht angehoben, er säße im gestreiften Sessel auf meinem Balkon, das dunkelblaue Hemd unter den Armen durchgeschwitzt und über dem Bauch gespannt, so dass zwischen zwei Knöpfen helle Haut sichtbar wäre. Es ist zweiundvierzig Jahre her, würde ich sagen und Richi würde umgehend und erleichtert sagen: Da war ich noch nirgendwo. Er ist tatsächlich erst vor vierzig Jahren in diese Welt geraten, irgendwo im Urnerland. Ich würde also sagen: Es ist zweiundvierzig Jahre her, soll ich uns noch einen Kaffee machen?, und Richi würde sagen: Ja gern, und sich mit einem Finger Haare aus der Stirn schieben. Sein Mund ist so schön, hat Hanna einmal gesagt. Jetzt sehe ich auch, was Hanna gemeint hat. Richis Mund ist wie ein Lebewesen, frisch aus dem Meer. Ich ginge in die Küche, um den diätischen Eichelkaffee aus dem Reformhaus zu machen, je ein Löffel pro Tasse, keinen Zucker, und wenn ich wieder auf den Balkon käme, stünde Richi am Geländer, und ich würde fragen: Gehst du schon?, und Richi würde fragen: Was ist zweiundvierzig Jahre her?

Ich habe Helga umgebracht, würde ich sagen.

Und du bist der erste, dem ich es erzähle, würde ich sagen.

Ich werde es ihm nicht erzählen, noch nicht. Ich werde ihm sagen, dass ich einen Anschlag auf das Bundesparlament plane, ich werde ihn fragen, woher ich Buttersäure kriege und wie viel es wohl braucht für einen bleibenden Gestank in den Polstern unter den Ratshintern. Richi wird sein amüsiertes Gesicht machen, und er wird vielleicht ein bisschen länger bleiben als sonst, im gestreiften Sessel auf meinem Balkon. In seiner Einzimmerwohnung, sagt er, gebe es nur einen Küchenbalkon, für Müllsack oder Schnittlauch oder Selbstmord. Er ist Hals über Kopf dort eingezogen, als es mit Hanna aus war.

»Du hast mal gesagt, ich sei eine Hexe«, sage ich. »Bist du doch«, sagt er, »oder stimmt das etwa nicht?« Ich lache, weil ich nicht weiß, wie man mit Richi streitet. Hanna wüsste das. Aber ich rede nicht mit Hanna über Richi. Sie hat damals auch kaum über Richi gesprochen, ich weiß nicht, warum er ausgezogen ist, ich weiß nicht, wie verletzt sie war, schon als Kind hat sie mir nicht immer gesagt, warum sie weinte. Hanna ist ein Stern, man kreist um sie herum, Hanna hat Planeten.

Bild dreizehn: Hände, wie Pancakes gestapelt, davon sind zwei deutlich kleiner, und goldener Honig fließt über den Stapel. Bild vierzehn: Die Luft färbt sich gelb, dann rot, fällt raschelnd und bleibt liegen. Bild zwölf war die Gesichtshälfte, und mein Gehirn ist in Kraft, nur die Seele hat feine Muskelrisse, täglich neue Muskelrisse, weil ich Ivan vermisse, meinen großen Freund. Seit er den Kindergarten besucht, sehe ich ihn wenig, er geht jetzt zu anderen Kindern nach Hause, lieber als zu Oman, die nicht einmal mehr richtig davonrennen kann, wenn er als Pirat auf sie zustürzt. Ich vermisse ihn so, weil er diese kurzen Fragen stellte, für die es unendlich lange Antworten bräuchte, weil er diesen leichten Blick hatte, der noch nicht mit Zweifeln belastet war, weil auf seinem Gesicht noch die Stille des Universums lag, wenn er auf meinem Sofa schlief. Ich vermisse ihn so, weil er beim Ausziehen mit dem Fuß die Unterhose durch die Luft schleuderte, weil er beim Zeichnen die Zungenspitze zwischen die Zähne klemmte, weil er beim Trinken die Augen schloss und seinen Schlucken zuhörte. Ich vermisse seine kleine Hand in meiner Hand, seinen kleinen Kopf an meiner Schulter, sein kleines Lächeln nach meinem Trost. Ivanito, da gehst du und lässt mich zurück in meinem wüsten Nest aus getrockneten Jahren, da gehst du, und ich darf nicht mit, weil die Zeit das nicht zulässt, die alte Regentin, sie bringt uns auseinander, die alte Intrigantin.

Wenn ich ins Treppenhaus lausche, höre ich manchmal, wie der entsetzliche Räuber wieder im Lift hoch- und runterfährt, das tat er immer, wenn Ivan zu Besuch kam. Du kannst jetzt verschwinden, Räuber, ich brauche dich nicht mehr, hörst du? Ich glaube, er hört mich nicht.

»Du isst Ketchup?«, hat Richi gefragt, als er in meinen Kühlschrank schaute. Es geht ihn nichts an, dass das Ivans Ketchup war. Ich habe nichts gesagt und hätte ihm gerne die Hände auf die Schulterblätter unter dem zu engen Hemd gelegt, um dann nach unten zu fahren, über die seitlichen Wülste und über die schmalen Hüften, nur das. Aber das geht natürlich nicht, dass ich einen zweiundzwanzig Jahre jüngeren Mann hinterrücks anfasse. Empörend wäre das. Ich würde ihn auch gerne mal von vorne umarmen, mein Gesicht wäre dann in Höhe dieser Mulde unter der Kehle, die bei Richi zarter ausschaut als der ganze Rest, und sein Bauch würde gegen mein Zwerchfell gedrückt. Noch schöner wärs, ich würde von Richi umarmt, ich würde von Richi erdrückt, ich würde seine warmen Achselhöhlen riechen. Gehts noch, Frau Hofstetter?, zischt die Zeit, die alte Regentin. Sie wissen doch, dass Sie die Alterskabine nicht verlassen und schon gar nicht gegen eine neuere tauschen können.

Richi erzählt von zwei Sechzehnjährigen, die ein paar Mal auf der Quartierhilfe vorbeikamen und behaupteten, im Schulhausareal schleiche sich ein Mann mit offener Hose herum, und als Richi bei der Lehrerin anrief, wusste die von nichts, und Richi kam sich dumm vor. Die Mädchen hatten sich einen Spaß mit ihm gemacht. Als ich sagte: »Du gefällst denen halt«, schüttelt er den Kopf. Er erzählt immer wieder Geschichten aus der Quartierhilfe, und wenn ich meinen Kommentar dazu geben will, greift er ziemlich unhöflich zur Zeitung oder holt sich in der Küche was zu trinken. Kürzlich hatte er einen Mann im Büro, der sich plötzlich erbrach, noch bevor Richi wusste, was er wollte. Der Mann sagte was von frischer Luft und kam nicht wieder. Als ich frage: »Wer hats aufgeputzt?«, steht Richi auf, um eine Fliege zu erschlagen.

Die Quartierhilfe gibt es jetzt seit dreiundzwanzig Jahren, als ich damit begonnen habe, war Hanna elf, und Georg hat noch fünf, nein sechs Jahre gelebt, hat in seinen letzten Wochen noch die Subventionsverträge mit der Kirche und der Stadt aufgesetzt, und als sie unterschrieben, war er schon tot. Ohne die Verträge hätte ich es nicht geschafft. Dass ich die Quartierhilfe weiterführen konnte, war ganz klar ein Geschenk Georgs, sozusagen aus dem Jenseits. »Ja, das hat er gut gemacht«, sagt Richi, und dann will er wissen, wie Georg so war.

Bild fünfzehn: Zwei Fußabdrücke im Sand, der eine etwas dunkler, weil tiefer, und in die zehn Zehenmulden ist ein Wort geschrieben, das nicht mehr zu entziffern ist.

»Hat dir Hanna nichts von ihm erzählt?« – »Doch«, sagt Richi und zählt auf, was er weiß: Georg las Comics, sein linkes Bein war kürzer, er flocht gerne Hannas Zopf und er sammelte Teufelbilder, war Jurist bei einer Bank, wollte zum Roten Kreuz und dann starb er. »Nicht schlecht«, sage ich, »Hanna hatte ihn lieber als mich. Hat sie dir das auch gesagt?«

Als Hanna zur Welt kam und man sie mir kurz in die Arme legte, erschrak ich. Jetzt ist es da, dachte ich, ich habs einfach gemacht, das Kind, und jetzt bricht das Leben über das Kind herein. Mein Gesicht brannte von der Presserei und von der Schuld, die plötzlich über mich gekommen war. Dann sah ich Georg mit diesem Glück im Gesicht, diesem fetten Gebärglück, das ich hätte spüren sollen. Das war der Moment, als Hanna entschied, ihn lieber zu haben als mich. Ich bin ihrer Liebe immer mit ausgestreckten Armen hinterher gerannt und habe sie dankbar mit den Fingerspitzen berührt. Hanna war von Anfang an Georgs Kind. Zwar trank sie sechs Monate lang gierig von meinen vollen, blau geäderten Brüsten, zwar wollte sie stundenlang von mir herumgetragen werden, aber bei Georgs Stimme blinkte ihr Blick heller und schneller als bei meiner. »So etwas kann man sich auch einbilden«, sagt Richi, und ich merke erst, was ich ihm erzählt habe. Das habe ich bis jetzt niemandem erzählt, schon gar nicht Hanna. »Mein Vater hieß auch Georg«, sagt Richi, »ich glaube nicht, dass er mich gemocht hat.«

Ich habe die Diagnose vor 37 Tagen und 38 Nächten gekriegt. Da war der Sommer so heiß, dass die Frau im Laden an der Ecke einen Eisbeutel in den Ausschnitt gesteckt hatte. Hanna würde mich umbringen, wenn sie wüsste, dass ich ihr nichts sage. Ich will aber noch leben, bis ich sterbe. Ha, ha.

Jetzt schleiert ein Nebelchen über den Zaun der städtischen Grünanlage, und es riecht schon nach Herbst. Dass ich gelb war, habe ich, als der Sommer so heiß war, erst gesehen, als ich am Abend im Badezimmer das Licht anmachte. Den ganzen Tag war ich bei geschlossenen Läden in der dämmerigen Wohnung geblieben und hatte mich selber nicht verstanden, ich mags doch gern, wenns heiß ist. Ich war zum Schlechtwerden gelb und sah mich aus gelben Augen fassungslos an. Als ich am nächsten Morgen aus dem Krankenhaus Hanna anrief und log, ich sei zum Abkühlen unterwegs in die Berge, kam eine Krankenschwester ins Zimmer und sagte: »So, dann wollen wir mal messen.« – »Wer ist das?«, wollte Hanna wissen, dann hörte ich, wie Ivan aus dem Hintergrund nach Hanna rief, und ich sagte: »bis später.«

Jetzt, wo ich es weiß, sage ich oft »bis später«. Genauer kann ich nun nicht mehr sein. Jetzt, wo ich es weiß, wo alles anders ist, als es je war, und nie wieder werden wird, wie es je war, jetzt, wo ich es weiß, habe ich eine neue Zeitrechnung mit neuen Ziffern. Ich kenne diese Ziffern nicht, ich kann damit nicht rechnen und komme mir vor wie ein Kind, das nicht aufgepasst hat und zur Strafe in der Ecke stehen muss, aus der man es nie mehr holt.

Nach drei Tagen Krankenhaus rief ich Hanna wieder an. Wars schön?, fragte sie, und: Richi wollte unbedingt wissen, wo du warst. Da habe ich, kaum war der Hörer aufgelegt, zum ersten Mal in meinem neuen Leben geweint.

Bild sechzehn: Von den städtischen Bussen bleibt einer immer leer, denn wer hier einsteigt, zischt und verglüht.

Am letzten Sonntag waren Hanna und Richi zum Essen da, und Ivan natürlich. Ist es dir Recht, wenn Richi auch kommt?, habe ich Hanna am Telefon gefragt. Ist es dir Recht, wenn Hanna auch kommt?, habe ich Richi am Telefon gefragt. Beide haben nicht gemerkt, wie lange ich den beiläufigen Satz vorbereitet und geübt habe. Ivan war zuerst ein bisschen verlegen, ich liebe dieses kleine verwunderte Gesicht so sehr, dass es fast weh tut.

»Du hast abgenommen«, sagt Hanna, und ich sage: »Ja, ich lasse das Brot weg, schon eine ganze Weile.«

Für Pläne wie Buttersäure-ins-Bundeshaus-schmuggeln habe ich keine Zeit mehr.

Tag für Tag tauche ich ins Internet und lese Berichte von Betroffenen. Mein altes Notebook bricht immer mal wieder zusammen, so dass ich alles ausschalten und neu einschalten muss, was lange dauert, ich sehe den Minuten nach, wie sie durchs Fenster entschwinden, über den Telefondraht rutschen und sachte in die Tiefe fallen, gebannt schaue ich zu, wie meine Zeit vergeht. Richi ruft an und sagt: »Hast du das von dem toten Baby gelesen? Die Nachbarin war mal bei uns und hat gesagt, da stimme was nicht.« Richi klingt anders als sonst, macht sich wahrscheinlich Vorwürfe. Das Baby, so lese ich im Lokalteil, hatte blaue Flecken an der Stirn und an den Beinen. Es wog weniger als bei der Geburt vor vier Monaten. Der Vater gab zu, das Kind mehr als einmal geschlagen und geschüttelt zu haben. Es sei ein Wunschkind gewesen. Kleines Mädchen, was für ein kurzer trauriger Ausflug ins Leben. Richi ruft wieder an: »Hast du es jetzt gelesen?« Er hat Angst, dass die Nachbarin nun auf ihn losgeht. »Kann ich denn was dafür?, sagt er jammernd. »Was soll ich bloß tun?« – »Froh sein, dass du am Leben bist«, sage ich, und staune, wie böse das klingt. Richi hängt auf. Ich rufe ihn gleich wieder an: »Bitte entschuldige.« – »Schon gut«, sagt Richi verständnislos.

Von jetzt an muss ich besser aufpassen. Niemand soll merken, was mit mir los ist.

Inzwischen kann ich wieder ohne Stock gehen. Wenn es regnet, laufe ich durch die halbe Stadt, durch Quartiere, wo ich noch nie war, schaue unter der Kapuze an den Häusern hoch, zu den Vorhängen, hinter denen gelebt wird, der Regen läuft mir übers Gesicht, wenn es Tränen wären, würde es niemand merken. Aber ich weine nicht.

Richi kommt nun seltener zum Essen. Ich habe das ganze Diät- und Vollkornzeug weggeworfen. In einer Packung Flocken waren bereits die Motten. Das Kochbuch habe ich auch gleich weggeworfen. Ich habe keine Zeit mehr für Pläne wie Richi-beibringen-gesund-zu-essen. Lässt du immer noch das Brot weg?, hat Hanna gefragt, als ich letzten Sonntag bei ihr war, und ich habe mich verhaspelt: Nein, warum, ja, doch, schon, aber Ivans Pizzateig ess ich natürlich. Ivan hat im Kindergarten gelernt, Pizzateig zu machen, also war ich am Sonntag zu Pizza eingeladen, der Tisch war für vier gedeckt, wer kommt noch?, habe ich gefragt. Ach, nur Richi, sagte Hanna und schaute mich fragend an. Es war wohl ein Mix von Fragen in diesem Blick. Wie findest du das, dass Richi kommt? Warum isst du kein Brot? Warum siehst du schlecht aus? Warum sagst du mir nicht, was du mir sagen könntest?

Bild siebzehn: Eine Fliege läuft über die Decke, hält inne und atmet plötzlich so laut wie ein von Hunden gehetzter Ausbrecher.

Bild achtzehn: Ich gehe die Treppe runter, und meine Schuhe sind mir immer einen Schritt voraus.

Bild neuzehn: Jemand kocht Holundersaft und füllt ihn in Zeitungspapiertüten ab, ohne dass diese sich färben.

Bild zwanzig: Die Bergspitzen am Horizont lassen sich eine um die andere bei zugekniffenem Auge mit dem Zeigefinger entfernen und kommen nicht wieder.

Bild einundzwanzig: Ich falte die Hände zum Gebet und spüre, dass zwischen den Händen ein krabbliges Tier gefangen ist.

Die Bilder überfluten mich, das werden wohl die Medikamente auslösen, Morgen, Mittag, Abend, die kleinen blauen, die großen weißen, die langen gelben, ich schlucke sie ohne Mühe, verstehe nicht, dass jemand beim Pillenschlucken Theater macht, beim Essen verdrücken wir viel größere Brocken, ich verstehe immer weniger, dass man Worte verlieren kann über etwas, das so unbedeutend ist wie das Schlucken von 50 Milligramm oder das Schreiben von drei aufeinanderfolgenden Konsonanten oder das Weintrinken aus einem Pappbecher. Käme da ein Quizmaster und würde sagen: Aber bittschön, Frau Hofstetter, was ist denn bedeutend? Sie haben drei Sekunden, bittschön, Frau Hofstetter. Ich bräuchte die drei Sekunden nicht: Bedeutend sind die gesammelten Lächeln, von bekannten und unbekannten Gesichtern, die schnellen und die langsamen Lächeln, die breiten und die schüchternen, die verlegenen und die unerwarteten und die süßen und die, die noch in den Augen sind und den Mund noch nicht erreicht haben. Ein Lächeln von Ivan haut mich um. Eins von Richi macht mich weich. Eins von Hanna zieht mich hoch. Und eins von Frau Gallati in der chemischen Reinigung versöhnt mich kurz mit der gesamten Welt. Ich weiß nicht, ob Tiere lächeln.

Lieber Richi, ich wollte dir doch, als es so heiß war, »die Sache« erzählen, ich dachte, du wärst der Richtige, weil du selber eine Sache hast, vielleicht wollte ich dir zeigen, dass ich dir vertraue, aber jetzt ist es zu spät. Wenn ich dir jetzt die Sache erzählte, dann wäre das. als wollte ich noch hastig etwas loswerden, als wollte ich noch meine schmutzigen Schuhe auf deinem Teppich abstreifen, bevor ich für immer verschwinde. Das kann ich nicht.

Nun nehme ich meine Schuld halt mit, wenn ich gehe.

Lieber Richi, ich erzähls dir doch, du hörst es ja nicht. Was soll ich sonst in all den Stunden, in denen ich wach liege, weil ich die verschriebenen Schlafmittel sparen will. Ich habe bereits drei Packungen auf die Seite gelegt. Es ist wie damals in der Fastenzeit, als ich ein frommes Kind war und die Drops, die ich in der Bäckerei geschenkt bekam, in einer Dose sammelte. An Ostern wollte ich sie alle lutschen. Ich liege im Dunkeln ausgestreckt auf dem Bett und erzähle. Erst musst du wissen, wer ich war, damals, zum Zeitpunkt der Sache: Ich war ein Fräulein, so nannten die Schulkinder ihre Lehrerin, ziemlich hübsch, mit gelocktem kupfrigem Haar. Eigentlich waren sie dunkelblond, ich hatte sie kupfrig gefärbt, weil ich dachte, das wird Georg gefallen. Ich wollte Georgs Frau werden, nichts anderes, nie, ich bins ja dann auch geworden, aber Jahre später, und es war ein anderer Georg, Georg Hofstetter. Georg der Erste hieß Dukakis, sein Vater kam aus Kreta. Georg der Erste, einiges älter als ich, hatte den angehenden Lehrerinnen Gitarrenunterricht erteilt, ich liebte ihn, seit ich achtzehn war, das wusste er nicht oder wollte es nicht wissen. Das Berggasthaus, wo Georg der Erste auf der Terrasse meine Hand hielt, gibt es heute nicht mehr, es ist vor kurzem abgebrannt, in einer stürmischen Winternacht, es stand in der Zeitung, vielleicht hast du es gelesen, jemand soll das Feuer gelegt haben. Er hielt meine Hand ein, zwei Minuten, länger kann es nicht gewesen sein. Für meine Hand wars, als hielte er sie für immer. Man stand auf der Terrasse, um den Schlag der Glocke abzuwarten, es war Silvester, vermutlich eiskalt, das weiß ich nicht mehr, ich weiß auch nicht, was für eine Glocke dann geläutet hat, denn eine Kirche gibt es dort nicht. Der Himmel war sehr nah, die Sterne so dicht, als wären sie aus einer geplatzten Tüte gerieselt. Zu diesem Himmel sah man hoch und erwartete die Zukunft, und da muss Georg der Erste wohl eine Hand zum Festhalten gesucht haben. Er umarmte mich, wie sich alle umarmten auf dieser Terrasse punkt Mitternacht, ich löste mich in dieser Umarmung auf wie ein Stück Zucker in warmer Milch.

Später hat mich Georg der Erste nur noch in meinen Wunschträumen angefasst. Ich konnte solche Wunschträume wie ein Biwak blitzschnell und überall errichten. Sie fingen immer mit Georgs Hand an. Ich erzähle dir das, Richi, weil du wissen sollst, wie die erwähnte Sache zustande kam. Es war so, dass ich Georg liebte, abgrundtief, sagt man. Ich war durchtränkt mit Georg, paniert mit Georg, und bereit, in den heißen Ofen geschoben zu werden. Lach nicht, ich meine es ernst. Und ich dachte, Georg liebe mich auch. Und dann kam Helga.

Manchmal liege ich immer noch wach, wenn das Auto des Zeitungsausträgers vorfährt, ich höre die Aluminiumklappen unserer Briefkästen, viermal, Zuppiger, Lehmann, Freuler, Hofstetter, sie erhalten den Anzeiger. Jeden Morgen kriegen sie dasselbe zu lesen und bleiben doch so verschieden. Manchmal scheint mir, das Denken eines Menschen bleibe, wie die Stimme, ein Leben lang gleich, am Stimmorgan wie am Denkorgan ändere sich nichts mehr, wenn man mal erwachsen ist. Angenommen, Zuppiger, Lehmann, Freuler und Hofstetter lesen heute Morgen im Anzeiger, dass der Bundesrat beschlossen hat, Ausländer hätten in den öffentlichen Verkehrsmitteln kein Anrecht auf einen Sitzplatz. Zuppiger denkt: Gehts noch? Lehmann denkt: Schlecht für den Tourismus. Freuler denkt: Endlich. Hofstetter denkt: Buttersäure ins Bundeshaus. Zuppiger malt ein Transparent für die abendliche Demo. Lehmann lässt sich heute liften und fällt für zehn Tage aus. Freuler gönnt sich zum Frühstück ein Bier. Hofstetter übergibt sich und sagt zu Hofstetter im Spiegel: Gut, dass du stirbst. Würde die tägliche Zeitung die große Verzweiflung auslösen, wozu sie sämtliche Voraussetzungen hat, dann gäbe es die Zeitung bald nicht mehr, denn die Käuferschaft hätte sich erhängt.

Wir haben gelernt, das Übel so zu umgehen, dass es uns nicht mal streift. Die Verzweiflung so gründlich zu zertreten, dass sie gar nicht aufkommt. Den Dreck so weit weg zu wischen, dass wir ihn nicht mehr sehen. Ivan, mein Ivan, lernst du das auch?

Bis zu Hannas Geburtstag bleibe ich noch.

Ich mache die Lampe nicht an, wenn ich mich ins Bett lege, ich lese keine Bücher mehr, ich glaube zu wissen, was drinsteht, in den geschriebenen und den ungeschriebenen. Ich liege gerade, die Hände auf dem Oberbauch, und erzähle, hör zu Richi, wo du auch immer bist:

Helga kam. Ich kannte Helga seit dem Kindergarten, sie lebte am äußeren Rand meines Gesichtsfelds, zwar nur zwei Häuser weiter, aber sie interessierte mich nicht, sie war weder strahlend hell noch dunkelschön, und sie bewegte sich mit steifer Artigkeit, als hätte sie im Rücken ein Schraubengewinde zum Aufziehen, kurz: ich hatte nichts als leichte Verachtung für sie übrig. Sie ging an eine andere Schule und später ins Internat. Ich glaube, ich dachte, sie sei dümmer als ich. Sie schien in all den Jahren nie zu spüren, dass sie mir egal war, immer wieder stand sie vor, hinter oder neben mir und bot sich als Gefährtin an und ließ sich gleich wieder abschütteln.

Obwohl ich sie lange nicht gesehen hatte, erkannte ich sie gleich, als sie in der Schifflände-Bar neben Georg saß, sie war so schön, dass ich erschrak. Wo hatte sie plötzlich diese dicken, glänzenden, wild geringelten Haare her, woher dieses unverschämt offene Lächeln, woher diese juwelenmäßigen Zähne, ich hatte nicht gewusst, dass Helga überhaupt Zähne hatte. Marianne!, sagte sie und schien sich zu freuen. Ich weiß nicht, wie sie in die Schifflände geraten war, jemand muss sie mitgenommen haben. Sie arbeite, sagte sie, bei einem Scheidungsanwalt, und sie wohne wieder zu Hause, an unserer alten Straße. Sie passte überhaupt nicht in dieses Häufchen Leute, das in der Schifflände nach der Arbeit zusammenkam, sie hatte nicht die richtige Tiefgründigkeit und nicht die richtige Hochnäsigkeit. Aber sie kam nun jeden Abend, saß mitten im Qualm, ohne selber zu rauchen, saß neben Georg. Und weil sie neben Georg saß, immer neben Georg, war sie mir nicht mehr gleichgültig.

Bild zweiundzwanzig: Ein Meeresrauschen und der tackernde Warnruf einer Amsel vermählen sich.

Bild dreiundzwanzig: Nudeln wuchern über den Tellerrand und fangen im Tisch zu wurzeln an.

Bild vierundzwanzig: Das Zimmer hat die Tür verriegelt und lässt niemanden mehr rein.

Bild einundzwanzig, was war Bild einundzwanzig?

Ob Hanna das noch will, den Kaschmirschal, das Silbertablett, ihre alten Zeichnungen? Was soll sie mit Georgs Dissertation, seinen Reisebüchern, seiner Uhr? Was darf ich wegwerfen vom Müll unseres Lebens? Das Kellerabteil ist bereits leer, mein Kleiderschrank ist es zur Hälfte. Einen Sommerhut brauche ich nicht mehr. Zweimal die Woche trage ich die Abfallsäcke die Treppe runter, zwei bis drei sind es immer. Ich nehme nicht den Lift, denn wenn jemand einstiege, müsste ich reden und erklären, warum ich so viel Abfall produziere. Einen Entrümpler kann ich nicht bestellen, ich will nicht, dass Hanna später meine rote Handtasche auf dem Flohmarkt findet. Ich will Hanna nicht weh tun. Ich glaube, das habe ich nicht oft gemacht. Zumindest hat sie mir nie vorgeworfen, ich hätte ihr weh getan. Aber danke, dass du mich ins Leben geholt hast, das hat sie auch nicht gesagt. Heute räume ich die alten Briefe weg, ich werde keinen mehr lesen. Ich will auch mir nicht weh tun.

Helga kam. Schon am zweiten oder dritten Abend in der Schifflände hatte Georg den Arm um sie gelegt. Und wenn sie ging, ging auch Georg. Ich stellte mir vor, wie er sie nach Hause brachte, wie sie unsere alte Straße hochgingen und unter den Ulmen stehen blieben, ich konnte mir jedes Vordach und jedes Gartentor vorstellen, obwohl ich nicht mehr dort wohnte. Ich wusste, welche Nischen zum Küssen gut waren.

Was war Bild einundzwanzig? Machen die Medikamente mich blöd?

Ich hasste Helga. Der Hass war wie ein Muskelkrampf am ganzen Körper: Ich wurde überall hart, ich erstarrte im Hass. Ich lachte extra viel. Warum bist du so vergnügt?, sagte meine Mutter. Niemand sollte merken, dass und wie sehr ich Helga hasste. Am schlimmsten waren die Abende, wenn Georg und Helga nicht in der Schifflände waren. Dann musste ich mir vorstellen, was sie miteinander taten. Einmal ging ich mit Helga nach Hause, sie hatte mich eingeladen. Die ganze Zeit sagte sie: Weißt du noch, und ich lachte. Wir saßen im Wohnzimmer und tranken etwas Süßes und ich ging zum Rauchen nach draußen, denn Helgas Mutter sollte nichts riechen, wenn sie von ihrer Kur nach Hause kam. Georg der Erste wurde nicht erwähnt. Helga holte alte Fotos und suchte eines hervor, auf dem die Kinder der Straße einen Umzug machten. Ich war da zuvorderst und glücklich, und Helga, die langweilige Helga – irgendwo zwischen den anderen Kindern – war mir gleichgültig. Und jetzt, jetzt hasste ich sie. Woran immer ich dachte, da tauchte sie auf und stand mir lächend im Weg.

Endlich: Bild einundzwanzig war das von den gefalteten Händen.

Wer die Idee zu diesem Bergwochenende hatte, weiß ich nicht mehr. Wir waren zu acht, alle von der Schifflände, und fuhren auf die Ebnauer Alp. Georg hatte im Berghaus das Matratzenlager für uns reserviert. Ich könnte heute noch die Namen der anderen sieben aufzählen. Ich würde sie gerne vergessen. Das Vergessen ist ein wunderbarer Vorgang, ohne das Vergessen würden wir wahnsinnig, würden unter Erinnerungshaufen ersticken. Ein Griff an der amnesischen Spülung – und schon wird wieder ein Häufchen weggeschwemmt. Wer für mich an diesem Griff zieht, weiß ich nicht. Manchmal sind Dinge weg, die ich noch ganz gerne behalten hätte. Und andere bleiben unter der rauschenden Spülung liegen und liegen. Auf der Ebnauer Alp dabei waren Martin, Urs, Bernadette, Sigi, Ruth, Helga und Georg. Es war ein Juliwochenende zwischen meinem zwanzigsten Lebensjahr und dem Rest meines Daseins. Die Matratzenbezüge waren blaugrün kariert, zwölf Matratzen in einer Reihe, vier blieben leer. Helga lag zwischen Ruth und mir, sie legte die Hand auf meine Decke, als sie gute Nacht sagte. Am Morgen lag sie auf der freien Matratze neben Georg, das schlafende Gesicht hochgereckt, die vielen Haare rundum eine dunkle Monstranz. Ich weiß nicht, ob sie gemerkt hat, dass ich sie hasste.

Ich erzähle es dir, Richi, und stelle mir vor, wenn du es hörtest, würdest du es für dich behalten, würdest Omans Sache für dich behalten. Ich erzähle es dir, weil ich dich mag, nein, ein bisschen mehr als das. Weißt du noch, wie wir einander nicht ausstehen konnten? Inzwischen magst du mich auch. Aber dass du mich mal umarmst, das geht nun nicht mehr.

Bis zu Hannas Geburtstag bleibe ich noch.

Manchmal wird mir schwindlig, wenn ich durch die Stadt laufe. Ich bin gierig auf dieses Laufen, aber ich muss damit aufhören, nicht nur wegen des Schwindels. Auch die Schmerzen im Oberbauch nehmen zu. Ich muss mich beeilen, meine Sachen loszuwerden. Und meine Sache, die vor allem.

In der Nacht hatte es heftig geregnet, aber als wir zum Rothorn aufstiegen, kam die Sonne durch und heizte die letzten Wolken weg. Sigi lief zuvorderst, er kannte den Weg, die anderen waren mal vorne, mal hinten, man blieb immer wieder stehen und blickte hinunter auf die Alp, auf den schwarzen See und die kleiner gewordenen Kühe. Martin rauchte sogar im Gehen. Über der Baumgrenze wurde der Weg beschwerlicher, er wand sich steil den Felsbändern entlang, der Schotter war immer noch nass, die Alp, die Kühe waren verschwunden, es gab nur noch Berg, dunklen aufgetürmten Berg. Polster weißer Blütchen krallten sich in die Ritzen. Manchmal hörte man Bernadette lachen. Jemand vorne legte für die Hinteren Zitronendrops auf Steine, die man nicht übersehen konnte, diese harten, sauren Schnitze. Als es passierte, hatte ich einen im Mund. Danach habe ich nie mehr so einen Schnitz gelutscht. Helga war hinter mir, als sie rutschte. Und hinter Helga war niemand mehr.

Ich habe mich nicht umgedreht.

Sie schrie nicht.

Ich hörte das Poltern und wusste gleich, dass ich das nie jemandem sagen würde. Ich kletterte weiter. Besonders schäme ich mich, dass ich an den Thymian dachte, den sie sich mit einer Haarklammer hinter die Schläfe gesteckt hatte. Ich fragte mich, ob der Thymian hielt. Das Poltern klang nicht viel anders, als wenn Steine in die Tiefe polterten. Spätestens beim Aufschlag in der Tiefe muss sie das Bewusstsein verloren haben. Sie hat noch gelebt. Das hat man später festgestellt.

Wo ist Helga?, fragte Georg. Ist sie nicht schon da?, sagte ich zurück. Der Wind auf dem Gipfel war so stark, dass sogar unsere Stimmen flatterten.

Das war vor zweiundvierzig Jahren.

Hätte ich um Hilfe gerufen, hätte man sie eine Stunde früher gefunden.

Das hätte gereicht.

Bild fünfundzwanzig: Augäpfel, die man abends herausnimmt und am Morgen wieder einsetzt.

Das letzte Bild war das vom Zimmer, das sich selbst verriegelt.