Eine elektrisierte Nacht, haufenweise Blitze und ein fetter Donner. Dann fiel Regen so heftig, als presste ihn jemand zu Boden. Ich lag im Bett und dachte an die Blümelchen, aus, Ende. Aber ha, sie stehen noch, haben nicht alle Blütenblätter verloren. Malven, Phlox, rot und blau und weiß, Herbstanemonen, Königskerzen … sollen bitte noch ein Weilchen bleiben. Vor zwei Monaten, in der Türkei, als wir im Euphrat und Tigris die Füße badeten, hat man von einem Konflikt in Syrien gesprochen. Inzwischen ist aus dem Konflikt ein Krieg geworden, und an der türkisch-syrischen Grenze – Oliven, Staub und brauner Horizont – leben 30‘000 Syrer in Flüchtlingslagern. Und der Kellner im Hotel in Mardin hat wohl keinen Kontakt mehr zu seiner syrischen Verlobten.

 

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