Mit dem großen und dem kleinen Enkel sitze ich am Tisch und höre zu, was sie am Nachmittag vorhaben. Der Kleine wird sich mit Freunden treffen. Wo? An der Hölderlinstraße. »Hölderlin war ein deutscher Dichter«, sage ich. »Das ist mir so was von egal!«, sagt der Große und freut sich auf mein entsetztes Gesicht, das ich auch sogleich mache. »In seinen letzten Jahrzehnten war er umnachtet«, sage ich. Auf weiteres Entsetzen hoffend, ruft der Kleine: »Das ist mir so was von noch egaler!« Sie hämmern lachend und rhythmisch auf den Tisch: »e-gal, e-gal, e-gal, e-gal.« Man könnte dazu tanzen. Es war leider ein kurzes Vergnügen. Hieße die Straße Mörderlinstraße, hätten wir vielleicht länger darüber geredet.
 

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