Die linke Brust ist eine pralle weiße Kugel, die rechte wohl auch, aber verdeckt vom Gewand. Madonna zeigt, was sie hat. Nicht die Sängerin, nein – die Heilige Maria. Sie reicht dem Kind die Brust. Im romanischen Kirchlein von Miglieglia, so um 1500, wurde die weiße Kugel fürs gläubige Volk gemalt und zur Schau gestellt. Da schaut, wie die Milch strömt für unseren Erlöser. Seltsam, eigentlich hätte ich vermutet, Marias Busen sei tabu. Hieß es doch immer, sie sei irgendwie vom Heiligen Geist geschwängert worden und dabei irgendwie Jungfrau geblieben. Und nun tritt sie in dem Kirchlein auf und scheut sich nicht zu zeigen, dass sie Körpersäfte hat wie andere Frauen und eine Brustwarze, die weh tut oder angenehm prickelt, wenn Jesus zu saugen anfängt. Ja, was sagen denn da die Herren in Rom? Bitt für uns?

 
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