Ich lese News auf dem Handy: Türkei empfängt Flüchtlinge mit Träne – wie schön, ein Land weint eine Träne. Was für eine wunderbare Anteilnahme. Was für eine Hoffnung im Leid. Mein Finger tippt die Schlagzeile an, worauf diese in ganzem Umfang erscheint: Türkei empfängt Flüchtlinge mit Tränengas. Was zischt denn da? Ach so, das war nur meine entweichende Euphorie. Man soll eben nicht alles auf den ersten Blick glauben. Ernüchtert lese ich weiter. Und da steht es nun genauer: Das Tränengas galt türkischen Kurden, die im allgemeinen Durcheinander von der Türkei nach Syrien wechseln wollten, um gegen den IS zu kämpfen. Derweil 130‘000 kurdische Syrer um Einlass in die Türkei baten. Seit 2011 sind 1,5 Millionen Menschen aus Syrien in die Türkei geflohen. Zahlen: trocken. Tränen: nass.

 

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