Ich sitze draußen, die bloßen Füße auf den sommerlich warmen Steinplatten und lass ein bisschen vor mich hindenken. Da landet genau vor mir eine Libelle, grasgrüner als Gras, und bleibt regungslos am Boden. Sie ist so schön, dass sie Labelle heißen müsste. Nein, ganz regungslos ist sie nicht, kaum wahrnehmbar für mich bewegt sie den Kopf mit den übergroßen Facettenaugen. Was tut sie da? Was will sie hier? Kommt sie auf den Boden, um zu sterben? Plötzlich erhebt sie sich, mit wunderbarer Leichtigkeit, fliegt weg und beendet die Fragerei. Wir können es einfach nicht lassen, das Fragen: Warum ist er so? Was hat sie gemeint? Wozu ist das gut? Wer steckt dahinter? Wie wahr ist das? Woher kommt das denn? Wann hört das auf? Worauf beruht so was? Mit solcher Fragerei heiligt die Wissenschaft ihr sämtliches Tun. Meinetwegen. Aber man könnte doch die Libelle auch einfach nur mal fliegen lassen.

Übrigens, ich weiß es: Sie hat sich auf der Steinplatte den Bauch gewärmt. 

 

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