Das ist ein Moment, den ich jederzeit mit Freude aus meiner Erinnerung hole: Ich liege im Halbdunkeln im Bett im Hotel im Zentrum von Marrakesch. Das Hotel ist ein sehr bescheidenes kleines sogenanntes Riad. Die Zimmer sind um einen Hof angeordnet, im Hof stehen Zitronenbäume und Bananenstauden. Die Bettlampe funktioniert nicht, dem Nachttischchen fehlt ein Bein, und der Vorhang ist gerissen, dämmriges Licht fällt durchs Fenster, wird heller, und jetzt dann bald, jetzt dann gleich, jetzt ist er da, der Moment: Ein gewaltiges Spatzengezwitscher geht los im Zitronenbaum und gleichzeitig setzt der müde, klagende Ruf des Muezzin ein, und ich weiß, die Türen rundum im Hof werden demnächst aufgehen und die verschlafenen Gesichter meiner Familie werden zum Vorschein kommen, und wir werden an den wackligen Tischchen Pfefferminztee oder Nescafé trinken und jemand wird sagen: Wieder ein Tag!

 

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