In so einem feinen Hotel bin ich noch nie gewesen. Die Bettüberwürfe, dunkelblau mit einem rotgoldenen Streifen, würden gut über die Balkonbrüstung der Queen passen. Der Bademantel ist fast schwerer als ich. Wenn ich die Kleiderschranktür aufmache, geht drinnen ein Licht an. In der Ledermappe auf dem Tisch gibt es hoteleigenes Schreibpapier in drei verschiedenen Formaten. Im Kühlschrank stehen 3.75-Deziliter-Flaschen Champagner, Marke Taittinger, zu 49 Euro. Frühmorgens hängt draußen an der Türklinke eine edle Tüte mit der frischen Tageszeitung. Darin lese ich, dass zehn Kilometer nordwärts wieder ein Asylantenheim abgebrannt ist, neue Unterkünfte werden gesucht. In diesem Hotelzimmer hätten sechs weitere Betten Platz. Vielleicht wär‘s ein bisschen eng.

 

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