Altsein soll was Schönes sein? Das ist Zeitschriftengequatsche. Alt sein heißt: Irgend was tut weh, man schrumpft, die Haut lottert, die Augen sind wässerig, im Gesicht sind Fahrrinnen, das Gehirn ist verstopft  und dergleichen mehr. Aber etwas ist frischer denn je: das Gefühl der Freiheit, das Gefühl Ihrkönntmichmal. Gestern war ich zu einem kurzen Interview beim Radio und gab lauter glanzloses tantiges Zeug von mir, zwiebackige Statements, ich merkte es, während ich sprach, o je. Aber kaum war ich draußen auf der Straße und schob mein Busticket in den Automaten, war mir das alles ganz egal. Dann halt, dachte ich, dann war ich halt glanzlos, was soll’s. Eigentlich sind mir die Radiohörer egal, und die Hörerinnen auch. Und dann pfiff mitten im September und mitten im Stadtverkehr tatsächlich eine Amsel. 

 

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