Vor zwei Wochen hatten die Malven erst grüne Knöpfe. Was für eine Farbe darin steckte, war ein Geheimnis. Jetzt sind sie nach und nach aufgegangen und zeigen so verschiedene Rottöne, dass mir die Farbbezeichnungen fehlen. Da gibt es ein Rosa zu benennen, das nur so schwach ist wie ein Anflug von Verlegenheit auf blasser Haut. Oder das Rosa eines Unterrocks aus dem Brockenhaus (hat O. gesagt). Oder das Rosa von Wangen in einem jungen Gesicht. Oder das Rosa von Wein mit Wasser. Oder das Rosa, das gern rot sein möchte. Oder das Rot von Wandersocken. Und das dunklere Rot von Trinkernasen. Und das Rot mit Sauerkirschnote und fruchtig im Abgang. Und da gibt es noch das tiefdunkle Dunkelrot, das schon beinahe schwarz ist. Die schwarze Malve ist die vornehmste von allen, zumindest tut sie so. Hummeln machen einen Knicks, bevor sie bei ihr eintreten.

 

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