Ich sah des Sommers letzte Malve stehn, soeben im Garten, blutrot. »Ich sah des Sommers letzte Rose stehn«, so fängt Hebbels berühmtes Sommergedicht an, »sie war, als ob sie bluten könne, rot.« Seine letzte Rose entblättert sich dann durch den Flügelschlag eines Schmetterlings. Meine letzte Malve steht nun in einem Glas auf dem Küchentisch, ein kräftiges, zähes, schon fast mutiges Wesen, das fast bis Weihnachten durchgehalten hat. Ich danke ihr für ihre wunderbare Blüh-Wut, und dem Word-Suchprogramm danke ich, dass ich ruckzuck die Stelle finde, wo ich versucht habe, die Farben meiner Malven zu beschreiben: 17. Juli 2014. Ach, Sommer. Ach, Hebbel. Wie hast du’s bloß ausgehalten ohne Suchprogramm.

 

 

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