Sie waren am gleichen Tag in der gleichen Zeitung, aber auf verschiedenen Seiten: der Bericht über das gelockerte Waffenexportverbot und das Bild vom verletzten Mädchen. Es heißt Dania Kilsi, ist Syrierin, elf Jahre alt, liegt. Die Augen sind dunkel, und dunkel ist das Blut, das ihm aus dem Mund läuft. Der Kapuzenpulli ist blutverspritzt. Jemand (zwei Hände, mager) hält seinen Kopf. Wir werden nicht erfahren, ob Dania Kilsi überlebt hat. Aber wir erfahren, dass der Nationalrat das Waffenexportverbot gelockert hat, das heißt: nun werden zum Bespiel auch nach Saudiarabien Waffen geliefert – beste Schweizer Präzisionsware – und die schicken die dann weiter zum Beispiel nach Syrien, wo auf Kinder wie Dania Kilsi geschossen wird. »Es wäre naiv zu glauben«, sagen die klugen Politiker, »ohne Schweizer Waffen gebe es keine Konflikte in der Welt. Wenn wir nicht liefern, liefern andere.« Was für eine tödliche Logik.

 

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