Die Tomaten werden langsam rot. Es sieht aus, als strengten sie sich an beim Reifwerden, als pressten sie die Röte heraus. Sie haben noch zweieinhalb Monate Zeit, dann tschüss Sommer, tschüss Herbst, tschüss schöne Tage, tschüss unwiederbringliche Zeit. Wir wissen mit Bestimmtheit, dass Nässe und Gräue und Kälte und Schwärze auf uns zukommt, wie gut, dass wir nicht mehr wissen. Wie gut, dass wir keine Ahnung haben, ob die Beine noch laufen werden, das Hirn noch tut, das Herz noch schlägt. Ob das Glück noch hält, meins, deins, eures. Ob die Luft noch klar ist und das Wasser noch sauber und das Gewissen nicht schlechter als jetzt.

 

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