An der Schlussfeier betritt eine junge Maturandin die Bühne, sie singe ein Lied für ihre Mutter, sagt sie, der sie alles verdanke. Es ist ein englisches Lied, der Text ist nicht gut verständlich, und die Melodie geht ab und zu ziemlich daneben, trotzdem weine ich ein bisschen, weil es schön ist, wenn jemand für seine Mutter singt. Die sitzt irgendwo im Publikum und ist sicher tief berührt bis hingerissen. Nein, erfahre ich später, die Mutter ist tot, ist vor kurzem ganz unerwartet gestorben. Da war die Tochter mitten im Lernen für die Matura. Jetzt hat sie mutig ihren Dank gesungen. Für neunzehn Jahre Muttergehabthaben. Zum Glück habe ich geweint.  

 

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