Ein Fischer liebkost seine sterbende Beute, drückt den Fisch an seine nackte Brust, stupft ihn sanft mit dem Gesicht, streichelt ihm so lange über den Rücken, bis er sich nicht mehr bewegt, durchtränkt dessen Sterben mit Liebe. Erst glaubt man dem Fischer das zärtliche Spiel, bewundert ihn gar, dann sieht man an seinen Händen, wie viel Kraft, ja Gewalt er braucht, um den zuckenden Fisch festzuhalten, wie viel Qual er ihm bereitet, bevor er ihn endlich ersticken lässt. Das Ganze ist eine Inszenierung. Der Künstler Jonathas de Andrade hat den verstörenden Film gedreht: »O Peixe«/»Der Fisch«. In den Gewässern um Recife/Brasilien hat er verschiedene Fischer in dieser Pose porträtiert, als Liebende des Todes. Sie streicheln ihren erregten Fisch mit Inbrunst ins Jenseits. 28 Minuten dauert der Film, a Piece of Art im Museum of Contemporary Art Chicago, und er hinterlässt einen schalen Geschmack. Kitsch schmeckt so.

 

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