Ich eilte in Schiphol, Amsterdams Flughafen, zum Gate, nahm im Augenwinkel ein Wort wahr und blickte kurz zurück. RITUAL hieß das Wort, stand über einem Kosmetikshop, und ich wusste sofort, wo ich es schon einmal gesehen hatte: im Fernsehen, in einem Bericht über den Absturz der Boeing 777 in der Ostukraine. Am 17. Juli war die malaysische Maschine in Amsterdam gestartet und nach drei Stunden in 9100 Meter Höhe auseinandergebrochen. Auf dem Trümmerfeld hatte jemand ein paar Habseligkeiten zu einem Haufen zusammengetragen, unter anderem eine Einkaufstüte mit dem Logo RITUAL, weiß auf schwarz. Was in der Tüte war, hatte mal Schönheit oder Wohlbefinden versprochen, nun machte die kleine Habseligkeit niemanden mehr selig. 298 Menschen tot, darunter 80 Kinder, abgeschossen mit Boden-Luft-Raketen. Ein Flugzeug, das wohl beim Start mit reichlich Freude beladen war.

 

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