Völkerwanderungen lassen sich nicht aufhalten, auch nicht die jetzige. Darum macht es keinen Sinn, den Wandernden unfreundlich zu begegnen. Lieber bitte recht freundlich, aber wie und wo? Mein Angebot, Asylsuchenden Deutsch beizubringen, wird umgehend angenommen, und so stehe ich nun vor elf Somaliern, jungen Männern, die vor ein paar Wochen in die Schweiz gekommen sind, auf abenteuerlichen Wegen. Erwartungsvoll schauen sie mich an. Ich zeige auf mich, sage »Angelika« und schreibe meinen Namen auf den Flipchart. Dann bitte ich den ersten in der Tischrunde nach vorne, und er kapiert sofort, dass er seinen Namen hinschreiben soll. »Maxamed«. Bald stehen alle Namen untereinander auf dem Flipchart: Maxamed, Nureddin, Mahamoud, Hassan…, nummeriert von 1 bis 11. Als ich die Zahlen auf Somalisch aus dem Wörterbuch vorlese, klatschen die jungen Männer. Weil ich annehme, dass Klatschen in Somalia dasselbe bedeutet wie in der Schweiz, freue ich mich. Danke! Mahadsanid!

 
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