Sonntagnachmittag, es klingelt, er steht an der Tür, lächelt, zeigt mit dem Finger auf sich: Ich bbbin Hermann. Nett wirkt er, jung ist er, sportlich schaut er aus. Er war schon mal da. Oder so einer wie er, mit einer kleinen Umhängetasche und diesem Stottern. Nein, denke ich, diesmal will ich keine der scheußlichen Karten kaufen, will mich nicht wieder auf eine Diskussion einlassen, die lange lange dauert, weil er stottert und wütend wird, wenn ich ihn unterbreche. Das letzte Mal schien er böse auf mich, die geizige Frau, weil ich nur die Hälfte des Doppelpacks Karten gekauft habe. Ich schreibe selten Karten, und wenn, dann welche, die mir gefallen, nicht solche Pseudokunstdinger von Hermann, von denen ein einziges Stück drei Franken kostet. Ich wollte ihm ohne Karten Geld geben, aber er sagte beleidigt, das dürfe er nicht nehmen. Es tut mir leid, sage ich diesmal hastig, ich habe jetzt gerade keine Zeit. Entschuldigen Sie bitte, sage ich noch hastiger und schließe ganz schnell die Tür. Aber ich höre noch, wie er sagt: Wie kamma bloß so sei. Er hat es ohne zu stottern gesagt. Und ich komme mir ziemlich lange schlecht vor und denke, Hermann hhhat recht.

 
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