Da erhält der Publizist Rüdiger Safranski den Börne-Preis, und da erfahre ich aus seiner Preis-Rede einiges über den vergessenen Publizisten Ludwig Börne (1786-1837), und da ploppen aus dem literarphilosophischen Denkteich wieder mal die alten Frage an die Oberfläche: Darf sich denn Poesie in Unglückszeiten überhaupt zeigen? Darf Kunst mit den Gräueln der Welt koexistieren? Darf man statt über Krieg über Nachtigallen schreiben? Gibt es – laut Brecht – Zeiten, »in denen ein Gespräch über Bäume schon fast ein Verbrechen ist«? Die Fragen sind eigentlich müßig. Auch oder gerade in Epochen von Sturm und Drang und Aufruhr gelingen poetische Kleinode. Wie war das, als W.C. Williams The Red Wheelbarrow veröffentlichte? Da fand gerade das Massaker von Rosewood statt: Ein Mob von Weißen zündete in Florida ein Dorf von Schwarzen an.

so much depends

upon

a red wheel

barrow

glazed with rain

water

beside the white

chickens.

 

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