Eine lange Reihe von heißen Tagen. Die Erde so trocken und brüchig wie Knäckebrot. Die Schnecken scheinen ausgestorben. Doch nach dem ersten Regen knirscht es unter meinem Stiefel, ich habe einen Unfall verursacht: Schneckenhaus zerbrochen, Schnecke verletzt. Sie oder er bewegt sich noch. Schreit nicht, stöhnt nicht, wimmert nicht, aber krümmt sich, als ob’s weh tät. Spüren Schnecken so etwas wie Schmerzen? Fische – das ist von der Forschung endlich beglaubigt – haben Sinneszellen, die den Schmerzrezeptoren höherer Säugetiere entsprechen. Aber wer weiß, was der Regenwurm an der Angel empfindet. Ich hätte es nicht gern, wenn man mich aufspießte. Ich würd mich auch nicht gern stundenlang auf meinem Gartenweg winden. Also hole ich den Totschlagstein und schlage das schleimige Schneckenhäufchen tot, so wie ich schon dreivierteltote Mäuse oder Vögel erledigt habe – die Opfer der Katz. Der Garten ist gefährliches Gelände und das Leben ist tödlich.

 

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