Bin auf Spitalbesuch. Die Patientin hat sich übergeben und liegt geschwächt und bleich im Bett. Eine Frau kommt geräuschvoll ins Zimmer und mit ihr ein Schwall von Energie. »Naaa? Ich komme wegen des Essens! Was hätten wir denn gern?« Die Patientin winkt müde ab. »Geschnetzeltes an Jägersauce mit Rosenkohl?« Flehender Blick der Patientin: bitte nichts, was riecht. »Dann ein Birchermus?« Flehender Blick der Patientin: bitte nichts, das wie Gekotztes aussieht. »Oder eine Broccolisuppe?« Flehender Blick der Patientin: bitte nichts, das sich wie Gewürgtes anhört. »Vielleicht ein bisschen Kartoffelbrei?« schlage ich schüchtern vor. Dankbarer Blick der Patientin. Der Kartoffelbrei wird notiert. »Und morgen? Was hätten wir denn morgen gern? Hörnli und Ghackets?« (Übersetzung für Menschen nördlich des Rheins: kleine gebogene Teigwarenröhrchen und gehacktes Fleisch – mit dem Aussehen von schon mal Gegessenem) Die Patientin schließt die Augen. 

 

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