Sorry, ging nicht anders, hab einer Spinne das Netz zerrissen, sie hatte es so gespannt, dass ich nicht ans Gartenwerkzeug rankam. Das Fadengespinst klebte mir, also der Bösewichtin, noch eine Weile strafend an der Hand. Spinnennetze lass ich sonst meistens in Ruhe, die perfekten wie die unordentlichen, da steckt so viel Arbeit, Ausdauer und Raffinesse drin. Zur Zeit ist im Haus Konstruktiv in Zürich eine Installation des argentinischen Künstlers Tomás Saraceno zu sehen: »Arachno-Konzert«. In einem offenen kubischen Rahmen befinden sich eine Spinne und ihr Netz. Dieses ist mit einem Mikrophon verbunden, das jede Vibration simultan akustisch umsetzt. Der Spinne macht es nichts aus, hoff ich doch. Mir wär es gar nicht angenehm, wenn man mir ein Mikrophon ins Gehirn implantierte, das jeden meiner Gedanken simultan akustisch umsetzt. Könnte ja nie mehr in Ruhe spinnen.

 
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