S. hat eine Freundin, die Freundin hat eine Schwester, die Schwester hat eine Familie, und das ist die traurige Geschichte, die mir S. erzählt hat: Vier Kinder gehören zur Familie, das jüngste ist krebskrank. Sie tun alles, was man tun kann, und das kranke Büblein lässt alles über sich ergehen, Operationen, Therapien. Es ist sieben Jahre alt, als es ihm so schlecht geht, dass die Ärzte sagen, jetzt kommt das Ende. Die Eltern rufen die anderen Kinder aus den Ferienlagern zurück. Der älteste, vierzehn, will nichts vom Tod hören, sagt, er komme nicht. Wider alle Voraussagen wird das Büblein zuhause plötzlich putzmunter. Schon einmal war das so, schon einmal gab’s Fehlalarm. »Ich will heut Nacht bei euch schlafen«, sagt das Büblein fröhlich, geht noch schnell auf die Toilette, kuschelt sich dann ins Bett und räkelt sich zufrieden, Mutter links, Vater rechts. Nachts merken sie, dass es tot ist. Sie bleiben bei ihm bis zum Morgen. Dann wecken sie die Geschwister.

 
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