Leute, die gerne Todesanzeigen lesen, schauen sich andernorts auch gerne Friedhöfe an. Ich bin eine von den Leuten. Kürzlich habe ich in einem Tessiner Friedhof das Grab von Metusalemme gesehen. Ein Kind Metusalemme zu taufen, geschieht wohl in der Hoffnung, dass es ein biblisches Alter erreicht, nämlich ein paar Hundert Jahre. Der Tessiner Metusalemme wurde nur etwas über siebzig, vielleicht hat ihn Vater oder Mutter sogar überlebt. Friedhöfe sind eine Deponie zerfallener Hoffnungen. Am Tag nach der Begegnung mit Metusalemme stieß ich in einer Zürcher Zeitung auf die Todesanzeige von Stephan. Er wurde neununddreißig und bedankt sich bei allen, die ihn in seinem Leben mal zum Lachen gebracht haben. Viel trauriger geht es nicht.   

 
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