Eiszapfen am Haus! Es gibt sie also noch. Ich dachte schon, Eiszapfen seien vom Aussterben bedroht wie etwa Feldlerchen oder Kornblumen. Eiszapfen erinnern an Winter in der Kindheit oder an rührselige Märchen von Christian Andersen. Sie haben etwas Zauberhaftes. Aufs Mal sind sie da, aufs Mal sind sie weg. Heutzutage, wo alles berechnet, ergründet, prognostiziert, definiert und strukturiert ist, haben sie einen besonderen Wert, weil sie nichts wert sind. Man legt sie nicht mal zur Aufbewahrung in den Tiefkühler. Sie sind nur schön, sonst nichts, und sie heißen auch schön: Eiszapfen, icicle, glaçon, ghiacciolo – man möchte sie in allen Sprachen lutschen.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok