Um drei Uhr nachts legte ich mich mit einer Decke auf die Wiese und starrte in den Himmel. Bislang hatte ich den Perseidenschwarm immer verpasst, dieses jährliche Sternschnuppenspektakel im August. Es hieß, diesmal sei es bei mond- und wolkenfreiem Himmel besonders vielversprechend: pro Minute eine Schnuppe im Schnitt. Ich stellte mir das vor wie ein ellenlanges Blitzgewitter, sah aber nichts außer ein paar Flugzeugen, die sich hoch oben bewegten, winzig, stetig. Ab und zu flatterte dunkel ein Falter durchs Dunkle. Ich legte mir die Reihenfolge der Personen zurecht, die von meinen Wünschen profitieren sollten, und war bereit, als die erste Schnuppe flog. Sie war wie heller schneller Nadelstich, und ich wünschte zackig. Dann ging das große Warten an. Für zwanzig Wünsche brauchte ich zwei Stunden, dann gab ich auf. Ich kroch ins Bett und schloss dankbar die Augen.

 

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