Gestern hätte meine Mutter Geburtstag gehabt, wäre hundertundfünf Jahre alt geworden, und im Pflegeheim hätte sie vom Gemeindepräsidenten einen Blumenstrauß bekommen, und der Heimleiter hätte ihr eine Gabel voll Geburtstagtorte in den Mund geschoben, und die Urenkel wären an ihrem Bett gestanden, und der eine hätte sich gefragt, was denn hier so rieche, und der andere hätte auf ihre langen Ohren gestarrt, und sie hätte gemeint, ich sei ihre Mutter, und gesagt, ob sie jetzt das Hühnerhäuschen bekomme, das sie sich wünsche, und der Heimleiter hätte ihr freundlich über die pergamentene Hand gestrichen und gesagt, es sei zum Wünschen nie zu spät, mögen Sie noch ein bisschen Torte?

 

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