Sonntagabend, ich eile durch die Bahnhofhalle, den Kopf randvoll mit einem wunderbaren Film, den ich soeben im Kino gesehen habe. Boyhood heißt er und schildert das Aufwachsen eines Jungen zwischen sechs und neunzehn. So eine geballte Ladung von Sinn und Unsinn wird einem in jenen Jahren aufgedrängt, denke ich, im Alter hat man dann Ruhe. Da zupft mich ein junger Mann am Ärmel und drückt mir ein Broschürchen in die Hand, »Tag des Friedens heute«, sagt er, »viel Glück noch!« Das ist nett. Nett sind auch die 21 Ratschläge in der Broschüre, die mir ein besseres Leben versprechen. Da heißt es zum Beispiel »Halten Sie Ihre Zähne instand« (Ratschlag 1) oder »Morden Sie nicht« (Ratschlag 8). Das empfiehlt mir L.R. Hubbard. Also gut, meinetwegen, dann halt – ich werd mir das Morden verkneifen.

 
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