Dreimal schönes Unerwartetes an ein und demselben Tag: Ich gehe durchs kurzgemähte Gras vor dem Tessiner Ferienhaus. Seltsam, da liegt ein Streifchen schwarzer Pneu. Das Streifchen erhebt sich, hat einen Kopf, ist eine Schlange, verschwindet in vollendeter Bewegung. Eine Zornnatter war’s. Ein paar Schritte weiter sehe ich im Strauch, an ich dem schon dutzendmal vorbeigegangen bin, ein kleines, kompaktes Vogelnest, es würde perfekt in meine Handschale passen, könnte von einem Buchfink sein, sagt O. Ein paar Stunden später drüben in Italien, wartend vor einer Autowerkstatt, erblicke ich unerwartet altes Gemäuer. Es ist ein Kirchlein mit Turm aus dem 11. Jahrhundert, San Pietro in Grantola, hat sich gehalten in einer Hölle aus Tankstellen, Fabriken, Supermercatos, Outletstores. Verblasste Fresken aus einer Zeit, als Kolumbus noch nicht in Amerika war. 

 
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