Gestern an der Vernissage saß der Maler an einem Tischchen, und die Gäste zirkulierten durch den Raum und sahen sich die ausgestellten Bilder an: die Pfingstrosen in Vase und Zitronen auf Teller und Kirschen neben Tonkrug und Küsten in Spanien und Bäume am Rhein. Der Maler blickte vor sich hin und hielt die Hände aneinander und rührte sich nicht. Man hat ihm eine Ausstellung organisiert, hat die Bilder aus vergangenen Jahrzehnten für ihn ausgewählt. Der Maler kann mit dem Mund keinen Wörter mehr bilden und mit der Hand keinen Pinsel mehr halten, sein Gesicht ist rot und seine Hände sind blau, und erschreckt hofft man, dass er sein Leben, in dem es mal Kirschen und Pfingstrosen gab, noch irgendwie mag.

 

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