Ein alter Bahnhof in einer norditalienischen Stadt. Geleise, die kaum mehr befahren werden. Architektonische Großartigkeit, die längst vergessen ist. Eine Biglietteria, die meistens geschlossen ist. Und ein Ristorante, auf das man nur per Zufall stößt. Aber da sitzen sie noch, die Menschen von gestern, an weißgedeckten Tischen, mit einer Manier von gestern: Wer hereinkommt, wird nickend begrüßt. Die Gäste waren mal grösser, als der Bahnhof noch glänzte, inzwischen sind sie geschrumpft, weil alt. Der Abstand vom Kinn zur Tischkante beträgt etwa fünfzehn Zentimeter. »Praktisch«, sagt O. Auch der Kellner ist nicht mehr jung, möchte hinken, tut’s aber nicht. Am Hinterkopf hat er eine kahle, verletzliche Stelle in Lindenblattgrösse. Er bringt uns Pasta für dritte Zähne und ein Lächeln, das für einen ganzen Tag reicht.

 

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