Manchmal springt die Katz auf meinen Tisch und fängt an zu schnurren, ohne dass ich sie berühre. Es ist eine schöne Art, Zufriedenheit auszudrücken. Wenn der Mensch auch schnurrte – wie das wohl wäre? Zum Beispiel  gäbe es abends in der S-Bahn einen vibrierenden, leicht dröhnigen Perma-Ton von all denen, die zufrieden sind, dass endlich Feierabend ist. Oder im Konzertsaal säßen reihenweise Menschen, die unentwegt ein sanftes Geräusch absonderten, weil Mozart so wohltut. Oder der Pfarrer am Altar gäbe ein Dauerbrömmeln von sich, wenn er mit Gott im Reinen wäre. Ach Katz, wir können es nicht, und wenn wir noch so zufrieden sind. Da fällt mir zur Zufriedenheit eben noch was ein: Ich habe im Supermarkt Herrn und Frau C. gesehen. Sie standen im Schlaraffenland zwischen prächtigstem Grün- und Fruchtzeug, beugten sich über eine Kiste und machten ein Gesicht, als müssten sie gerade ihre eigene Urne auswählen.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok