Das Haus ist alt, die Wasserleitungen sind alt, und wir sind alt. Als das Wasser laut wie der Rheinfall aus dem Rohr in den Keller rauschte, waren wir hilflos. Was bislang auf dem Boden gestanden hatte, begann im Wasser zu schaukeln, Schuhe, Körbe, Kleinkram. Wir stopften, rannten, retteten. Es schien, als sprudle das Wasser des ganzen Quartiers aus unserer Röhre. Fast zielgerichtet floss es in den Nebenraum, zur Kellerbibliothek mit gesammelter Belletristik aus fünfzig Jahren. Das war’s dann, ihr Dichter und Dichterinnen, jetzt werdet ihr verschimmeln, dachte ich und beschloss, dem Weinen nachzugeben, tat’s dann doch nicht, war ja schon nass genug, triefnass. »Die Feuerwehr kommt ab fünf Zentimeter Wasserhöhe«, sagte der rettende Mann von der städtischen Wasserversorgung. Wir hatten nur drei Zentimeter.

 
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