Kürzlich sagte Tomi Ungerer einer Veranstaltung zu seinen Ehren so ungefähr: Hoffnungslosigkeit sei für die Schaffenskraft des Künstlers wichtig, und es wäre furchtbar, wenn ein Psychiater dem Künstler die Hoffnungslosigkeit wegtherapierte. Wenn ich mich in der Welt umsehe und umhöre und vor allem umlese, wird mir eine perfekte Hoffnungslosigkeit angeboten, jedoch kann ich sie mir nicht leisten, jetzt nicht und in Zukunft nicht. Das liegt daran, dass ich zwei Kinder und drei Enkel habe, die auf eine Zukunft voller Hoffnung angewiesen sind. Zudem war ich im letzten Jahrhundert Hoffnungsmacherin in einer Jugendzeitschrift, achtzehn Jahre lang. Das möchte ich nicht verleugnen. Darum muss ich auf den Luxus der Hoffnungslosigkeit verzichten, verstehst du, Tomi Ungerer?

 
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