Ich erinnere mich an den Geruch, wenn Mutter Vaters Hose aufbügelte. Ich erinnere mich an den Pausenbrotbeutel meiner Lehrerin. Ich erinnere mich an die gestaute Sommerwärme im Versteck unterm Buchsbaum. Ich erinnere mich an Mutters klopfenden Fuß, wenn sie meine geigenspielende Schwester auf dem Klavier begleitete. Ich erinnere mich an das gerahmte Foto von Mussolini im Zimmer unserer Haushalthilfe Evi. Ich erinnere mich an Fieber und an eine hohe Stimme, die dann oben an der Zimmerdecke Unverständliches sprach. Ich erinnere mich, wie die große Blutbuche lautlos umfiel. Siebzig Jahre her, das alles. Ist es nun Ballast oder bereicherndes Zubehör? Müßige Frage. Ich habe in meinem Speicher ja ohnehin nichts zu sagen. Da wird verschoben, gestapelt, entsorgt, ohne mich zu fragen. Ich füge mich ja. Nur die Erinnerung an den warmen Bauch meines kleines Hundes, der nachts zu mir ins Bett kam, wenn niemand es sah, die hätte ich bitte gern noch ein Weilchen.

 

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