Beim Micherinnern mach ich gerne Umwege, weiche aus, trete nicht auf Stellen, wo Kratziges liegt, gehe auf Zehenspitzen, um keine unangenehmen Geister aufzuwecken. Heute ist Luzern Fasnacht, da mach ich mich im Kopf lieber davon. Schon meine erster Versuch mit Maske ging schief, ich hatte eine Kartoffel als Nase auf einer Schuhschachtel befestigt, die riss mir – kaum hatte ich mich auf die Straße gewagt – ein anderes Kind ab. Ich warf die Schachtel weg, ging maskenlos und tieftraurig weiter, sah mit Neid zwei Buben nach, die als Deubelbeiß und Schürmann verkleidet waren, sie hatten sich so angeschrieben, das war nun allerdings was anderes als meine einfallslose Kartoffelmaske. Deubelbeiß und Schürmann waren das Gangsterpaar des Jahres, sie hatten einen Bankdirektor umgebracht und blieben dann über Jahrzehnte als Schweizer Verbrecher berühmt, weil‘s keine anderen Verbrecher gab. So lange ist es her, dass ich jung war: Als Verbrecher noch was Besonderes waren.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok