Ich habe den großen Kohlkopf im Garten fotografiert. Weiß auch, warum. Weil er so schön ist, der kräftige Kerl, der letzte Zeuge der Sommers. Aber weiß nicht, wozu. Kann ihn zu nichts verwenden, nicht als Neujahrskarte, nicht als Desktophintergrund, will ihn weder aufhängen noch in ein Album kleben, will auch nicht den ganzen Winter an ihn denken. Warum zum Teufel wollte ich den Kohlkerl dann festhalten? Habe ich einmal mehr Vergänglichkeit gewittert, bin dem Oh-wie-schön-und-das-geht-vorbei-wie-alles-irgendwann-Gefühl erlegen? Es hat eine Prise Kitsch in diesem Gefühl und zwei Handvoll Wahrheit. Und seinetwegen hab ich jetzt die Kamera voller Kohl. 

 
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