Habe mich durch die TV-Sender gezappt und bin hängen geblieben in einem Interview mit einer jungen, netten, tätowierten Dicken. Sie werde jetzt dann gleich auftreten und singen, sagte sie und freute sich rasend. Und tatsächlich, gleich danach stand sie auf einer Bühne, lachte die vier begutachtenden Personen an und freute sich immer noch rasend. »Deutschland sucht den Superstar« hieß die Sendung, in der die junge, tätowierte, dicke Nette zu tanzen anfing, ihre rund hundertzwanzig Kilos im geblümten Kleid verführerisch schwenkte und dazu irgendwie sang. Bitte nicht, dachte ich, aber die begutachtenden Personen, alle gestylt, blondiert und sonstwie getrimmt, verbargen ihre Häme und bedankten sich freundlich bei der jungen, netten, dicken Tätowierten, bevor sie sie hinter die Kulissen entließen, wo sie sich bestimmt wieder rasend freute. Ich zappte weiter und fragte mich, ob es schon immer Menschen gab, die sich gern hemmungslos produzierten, und wie das dann wohl aussah, zum Beispiel bei den Pfahlbauern …

 

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