Beim Laufen frühmorgens im Wald springt mich von hinten ein Gedanke an. Er lautet: Ein Agnostiker ist nicht abgeneigt zu glauben, dass er in der Wüste einen Steinpilz finden könnte. Denk mich fertig, sagt der Gedanke. Mach ich, sage ich, aber lass mich erst zu Hause googeln, warum der Agnostiker so heißt, kaum wegen des Agnus Dei. Agnos, sagt Google, ist eine Pflanze und heißt auch Mönchspfeffer. Mit ihren scharfen Samen würzten sich Mönche das Essen und schwächten ihren Geschlechtstrieb. Denn dafür war Agnos bekannt und hieß drum auch Keuschlamm oder Liebfrauenbettstroh. Der Agnostiker hat damit aber nichts am Hut oder in der Hose. Das Wort kommt von griechischen ágnostos für »nicht erkennbar«, und für den Agnostiker ist Gott zwar nicht erkennbar, aber deswegen nicht unbedingt inexistent. So weit, so klar. Und was mach ich nun mit dem Gedanken vom Agnostiker und der Wüste und dem Steinpilz? Ich nehm ihn morgen in der Früh wieder mit in den Wald.

 

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