Da sind wir also in Island und schauen uns weder den gigantischen Wasserfall noch die berühmten Geysire an. Auf dem Weg dorthin – durch den Þingvellir Nationalpark – nehmen wir Reißaus. Zu viele Besucher, Autos, Parkplätze, Schilder, Hinweise auf Erlaubtes und Unerlaubtes. Þingvellir ist durchaus interessant, tektonisch: hier sind die amerikanische und die eurasischen Platte auseinandergedriftet, und historisch: hier wurde 1944 die Republik Island ausgerufen. Die Erklärung zum Unesco Weltkulturerbe ist durchaus nachvollziehbar, die Touristen sind durchaus wohlerzogen, das Wetter ist durchaus angenehm. Aber wir hauen ab. Sind wir Snobs? Banausen? Eigenbrötler? Müssen wir uns schämen? Allfällige Scham waschen wir weg in einem herrlich heißen Topf – heitur pottur –, in der öffentlichen Badeanstalt der Stadt Selfoss.

 

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